Mi, 13. Dezember 2017

IS-Terror in Ägypten

01.07.2015 21:04

Anschlagsserie auf Sinai-Halbinsel: Über 100 Tote

Einer der heftigsten Gewaltausbrüche auf dem Sinai seit Jahren hat am Mittwoch beinahe 120 Todesopfer gefordert. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu den Anschlägen auf die ägyptische Armee. Die "Löwen des Kalifats" hätten gleichzeitig mehr als 15 Kontrollposten angegriffen, erklärte die Gruppe in einer im Internet veröffentlichten Mitteilung. Das ägyptische Militär veröffentlichte am Abend die ersten genaueren Opferzahlen - 100 Militante und 17 Soldaten sind demnach getötet worden.

Die Streitkräfte hätten die Angreifer zurückgeschlagen, verfolgt und deren Sammelpunkte zerschlagen, hieß es in dem Fernsehbericht. Das Militär kündigte eine Fortsetzung des Einsatzes an, "bis wir den Sinai von allen Terrornestern gesäubert haben und unser liebes Land wieder mit Sicherheit und Stabilität gesegnet ist".

Ziel der Angriffe waren laut Armee nicht nur Kontrollposten, sondern auch eine Polizeiwache. Extremisten hätten rund um die Wache in Sheikh Zuweid Sprengsätze deponiert und die Polizisten dazu gezwungen, im Gebäude zu bleiben. Zudem hätten sie eine Verbindungsstraße zu einem Armeelager vermint. Die IS-Gruppe "Sinai-Provinz" erklärte über Twitter, sie habe mehr als 15 Ziele angegriffen und zudem drei Selbstmordanschläge verübt.

Muslimbrüder bei Razzia in Kairo erschossen
Wenig später wurden im Zuge eines Polizeieinsatzes in einem Apartment in der Hauptstadt Kairo laut Angaben der Sicherheitskräfte neun bewaffnete Männer erschossen. Die Behörden hätten Informationen erhalten, dass die Gruppe einen Anschlag plane. Die Wohnung in einem Stadtteil im Westen der Millionenstadt sei daraufhin gestürmt worden. Unter den Toten befindet sich den Angaben zufolge Nasser al-Hafi, ein Anwalt der Muslimbruderschaft und ehemaliger Abgeordneter.

Erst am Montag war Generalstaatsanwalt Hisham Barakat bei einem Autobombenanschlag in Kairo getötet worden. Die Tat hatte die Frage aufgeworfen, ob die Staatsführung unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi in der Lage ist, die islamistische Gewalt einzudämmen. Als erste Reaktion hat Sisi eine Verschärfung der Gesetze gegen Extremisten angekündigt. "Der Arm der Justiz ist durch das Gesetz gebunden. Wir werden nicht darauf warten. Wir werden das Gesetz ändern, um das Recht so schnell wie möglich anwenden zu können", sagte der Staatschef am Dienstag im Fernsehen.

Welle von Anschlägen während Ramadan
Die IS-Miliz hatte vor Kurzem ihre Anhänger aufgefordert, während des muslimischen Fastenmonats Ramadan mit einer Welle von Anschlägen Stärke zu demonstrieren. In Ägypten steht insbesondere der Sinai im Visier von Islamisten. Hunderte Polizisten und Soldaten wurden dort in den vergangenen Monaten getötet. Als Reaktion verhängte die Armee den Ausnahmezustand über Teile der Halbinsel. Sie griff auch immer wieder Stellungen der Extremisten an und zerstörte Tunnel in den angrenzenden palästinensischen Gazastreifen, durch die vermutlich Waffen geschmuggelt wurden.

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