Do, 24. Mai 2018

styriarte in Graz

22.06.2015 14:56

Festivalauftakt ohne Maestro

Nach 30 Jahren ist es passiert: Dirigent Nikolaus Harnoncourt muss krankheitshalber erstmals „styriarte“-Konzerte absagen. Die Dvorak-Abende wird die junge US-Amerikanerin Karina Canellakis leiten, Harnoncourts Beethoven- und Haydn-Konzerte sollen wie geplant stattfinden. Die "styriarte" zum Thema Humor wird am 26. Juni eröffnet. Das Programm soll angesichts der tragischen Ereignisse in Graz leicht modifiziert werden.

Erst in der Nacht auf Montag hat die "styriarte" die US-Amerikanerin Karina Canellakis als Ersatz-Dirigentin für die ersten beiden Harnoncourt-Abende gefunden. Der 85-jährige Maestro, der naturgemäß ab und an Konzerte krankheitshalber absagen muss, lässt damit zum allerersten Mal einen Abend in Graz ausfallen. Ein Trostpflaster: Am 1. März 2016 gastiert Harnoncourt bei einem "styriarte"-Extra-Konzert in Graz (mit Mozarts "Prager" Symphonie und Konzertarien).

Über das Lachen in der Ernsten Musik
Dass sich die "styriarte" heuer unter dem Motto "...und lachte" dem Humor in der Musik widmet, muss seit Samstagnachmittag logischerweise irritieren. Die Verwundung der Grazer Seele geht so tief, dass man nicht so schnell zur Tagesordnung übergehen wird können. Der "styriarte"-Intendant Mathis Huber betont jedoch die tieferen, ernsteren Dimensionen des Themas: "Das ungebrochene Lachen wäre ohnehin unpassend." Zur Eröffnung am Schlossberg hat man anlässlich der Attentate auf die Pariser Satirezeitung "Charlie Hebdo" schon vor längerem den Zeichner Gerhard Haderer als Redner eingeladen, der über das Lachen im Angesicht des Terrors sprechen soll. Und das Festival wird generell etwas abgetönt, vor allem das Programm der Eröffnung modifiziert.

Das Bitterböse im "Barbier von Sevilla"
Dass Heiterkeit und Tragik oft eng beieinander liegen, bestätigt Regisseur Peer Boysen, der für die "styriarte" drei Aufführungen von Rossinis "Der Barbier von Sevilla" arrangiert: Das Lustspiel sei für ihn in der deutsch gesungenen "Grazer Fassung" von 1819 ein böses, trauriges Stück. Der Grazer Ignaz Kollmann hat diese Fassung mit langen, satirisch gefärbten Zwischendialogen gefertigt. In dieser Fassung wurde das Stück im 19. Jahrhundert auch zum Erfolg. So soll man ab 3. Juli (gespielt wird in der List-Halle) entdecken können, was hinter der scheinbar bekannten Komödie steckt.

Neu im Programm sind Kinder- und Lunchkonzerte. Alle Details, Tickets sowie Videoclips zu allen Programmen finden Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden