Mo, 19. Februar 2018

Germanwings-Absturz

12.06.2015 20:29

Sammelgrab für 3.000 Leichenteile geplant

Etwa elf Wochen sind seit dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen vergangen. Zwar wurden alle 150 Toten identifiziert, rund 3.000 gefundene Leichenteile konnten aber nicht mehr bestimmten Personen zugeordnet bzw. in die jeweiligen Heimatländer überstellt werden. In Frankreich plant man deshalb nun in der Nähe des Absturzortes ein anonymes Sammelgrab, in dem diese Überreste der Toten beigesetzt werden sollen.

Das berichtete das Nachrichtenmagazin "Spiegel" unter Berufung auf französische Forensiker am Freitagabend. Demnach soll das anonyme Grabmal in der Ortschaft Le Vernet errichtet werden. Insgesamt wurden nach dem Absturz, den der Co-Pilot nach bisherigen Ermittlungen absichtlich herbeigeführt hatte, 6.000 Leichenteile gefunden. Nur rund die Hälfte konnte identifiziert und Opfern zugeordnet werden.

44 Särge nach Deutschland überstellt
In Deutschland ging am Mittwoch für viele Angehörige eine quälende Wartezeit zu Ende, als sie am Düsseldorfer Flughafen 44 Särge mit sterblichen Überresten der Opfer in einer Zeremonie in Empfang nahmen. Eine Sondermaschine hatte die Toten in ihre Heimat gebracht. Unter den zurückgebrachten Opfern sind 16 Schüler und ihre beiden Lehrerinnen. Ein Konvoi aus weißen und schwarzen Leichenwagen fuhr nach Haltern am See - die Spanischschüler stammten aus der Stadt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets.

Dort sind am Freitag die ersten Schüler beigesetzt worden. Die Trauerfeiern fanden im Kreise der Familien und Freunde statt. Nach und nach werden in den kommenden Wochen die übrigen verunglückten Schüler beigesetzt.

Co-Pilot informierte sich über tödliches Gift
Am Freitag war auch bekannt geworden, dass der Co-Pilot im Internet nach Zyankali, Valium und tödlichen Medikamenten-Cocktails gesucht hatte - offenbar, um sich allein das Leben zu nehmen. Offiziell war bisher nur bekannt, dass er sich über "Möglichkeiten der Selbsttötung" informiert hatte. Den Ermittlern zufolge hatte der 27-Jährige seine Suizidgedanken niemandem offenbart. Weder Angehörige, Ärzte noch Arbeitgeber hätten davon etwas gewusst, hieß es am Freitag. Laut französischer Staatsanwaltschaft war der Deutsche fluguntauglich, psychisch krank und instabil. "Er war nicht mehr in der Lage, ein Flugzeug zu fliegen", sagte Staatsanwalt Brice Robin in Paris.

Großteil der Opfer aus Deutschland und Spanien
Die meisten Opfer - 72 - stammten aus Deutschland, 51 aus Spanien. Zudem waren auch Passagiere aus Australien, Argentinien, Iran, Venezuela, den USA, Großbritannien, Niederlande, Kolumbien, Mexiko, Japan, Dänemark, Belgien und Israel an Bord. Die Maschine war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf, als sie minutenlang an Flughöhe verlor und schließlich an dem Bergmassiv zerschellte.

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