Do, 19. Oktober 2017

FPÖ im Chaos

10.06.2015 20:03

So geht es in Salzburg weiter

Die Salzburger Doppel-Spitze mit Karl Schnell und Rupert Doppler ist Geschichte, am Mittwoch zogen der eiligst angereiste Bundeschef H.C. Strache und Generalsekretär Herbert Kickl noch einmal ordentlich vom Leder, nachdem sie die Salzburger Landesspitze in der Nacht zum Mittwoch wegen "Gefahr in Verzug" radikal vor die Parteitür setzten.

"Die FPÖ in Salzburg ist unter Schnell und Doppler ein Sauhaufen gewesen. Heute ist der erste Tag, an dem die FPÖ Salzburg den erfolgreichen Weg der Bundespartei mitgeht und kein Karl-Schnell-Anbetungsverein mehr ist. Es hat sich eine Ich-AG-Karl-Schnell gebildet mit autoritärem Führungsstil und der Verweigerung von Dialog. Statuten sind ignoriert worden", wütete Kickl und Strache legte nach: "Der Austritt von Fritz Wiedermann, die Lügen, Gerüchte und Intrigen sind massiv parteischädigend. Schnell und Doppler haben es abgelehnt nach Wien zu kommen, keine Briefe mit Klärungsbedarf beantwortet. Das waren laufend feindliche Akte, gegen die FPÖ im Gesamten und gegen meine Person. Die Salzburger Partei hat sich abgekapselt, keine Kritik zugelassen und die Jungen systematisch am Aufstieg und in der Entfaltung gehindert. Ich wäre ein schlechter Parteichef, wenn ich hier nicht durchgegriffen hätte."

Weitere Rauswürfe sind nicht unrealistisch
Über Nacht wurde auch der erst vor Monaten selbst aus der Stadtpartei "geputschte" Ex-Klubchef Andreas Schöppl als neuer Landesobmann eingesetzt, der nun eine Neuordnung durchsetzen soll. Es ist kein Geheimnis, dass Schöppl noch eine Rechnung mit einigen Gemeinderäten offen hat, deshalb wird der für heute Abend angesetzte Bezirksparteitag mit Spannung erwartet. Der jetzige Stadt-Klubobmann Andreas Reindl, der aus der Landespartei als Angestellter gefeuert wurde, will sich zum Bezirkschef wählen lassen, er gilt aber als Rädelsführer bei Schöppls Rauswurf. Strache wird heute ebenso dabei sein, weitere Ausschlüsse sind deshalb nicht ungewiss.

Rechtsanwalt Schöppl wird aber ohnehin nicht allzu lange bleiben: "Es geht mir nicht um Mandate. Ich stehe daher bei kommenden Wahlen nicht als Kandidat zur Verfügung." Seine Aufgabe ist es nun die von Schnell und Doppler Verstoßenen zurück zu holen: "Die Tür steht weit offen für alle, die freiheitlicher Gesinnung sind."

Salzburger FPÖ nun endgültig gespalten
Nach dem "Massaker" in der Nacht zum Mittwoch verließen 20 von 40 Funktionären mit Schnell den Saal, darunter die Landtagsabgeordneten bis auf Marlies Steiner-Wieser, die sich somit zu Strache bekannte: "Strache hat die Landespartei übernommen. Er wollte uns loshaben. Da gehen jetzt zwei Drittel der Landespartei", resignierte Schnell, der ursprünglich neue Gesichter für Parteifunktionen durchsetzen wollte (bis dahin hat die "Krone" berichtet) - ehe es zum Eklat um Mitternacht kam…

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