Fr, 24. November 2017

Ampel „übersehen“

11.04.2015 21:31

Autolenker starb nach Zugunfall

Schreckliche Bilder boten sich den 35 Mann der Feuerwehren Eben und Flachau am nicht beschrankten Bahnübergang zwischen Eben und Altenmarkt. Zwei Stunden kämpften sie mit allen Kräften, um den verunglückten Filzmooser zu befreien. Doch es half nichts: Der 50-jährige Mann verstarb an der Unfallstelle.

Der Bahnübergang wurde dem Einheimischen am Samstagvormittag zum Verhängnis: Der Mann dürfte die Lichtschranken-Anlage an der Kreuzung sowie den heran rasenden Zug übersehen haben. Der Intercity war von Salzburg nach Graz unterwegs, als er um 10.35 Uhr den Wagen des Filzmoosers mit voller Wucht erfasste und 200 Meter mit schleifte.

Dabei wurde das Fahrzeug unter der Lok eingeklemmt. Ein Bremsmanöver des Zugführers blieb erfolglos. Für den Lenker kam jede Hilfe zu spät: "Uns war relativ schnell klar, dass das nicht gut ausgegangen sein konnte", schilderte Einsatzleiter der Feuerwehr Eben, Gerhard Gsenger das erschreckende Bild am Unfallort. Zwölf Mann der Feuerwehr Eben und die 22 Floriani-Jünger aus Flachau rückten mit insgesamt sechs Fahrzeugen zur Unfallstelle aus. Vor den Bergungsarbeiten musste jedoch die Oberleitung von Mitarbeitern der ÖBB gekappt und die Erdung hergestellt werden. Erst danach durften die Feuerwehrleute mit ihrem Einsatz beginnen. Mit Seilwinde und Bergeschere kämpften die Männer sich vor, die Bergung des 50-Jährigen gestaltete sich aber als äußerst schwierig, denn der Wagen war unter dem Triebwagen fest gekeilt: "Wir mussten das Auto und die Lokomotive zunächst mit einer Seilwinde auseinander ziehen. Erst danach konnten wir den den Mann aus dem Fahrzeug holen", erklärte Gsenger. Der für den Transport ins Krankenhaus georderte Hubschrauber wurde nach nur wenigen Minuten wieder abgezogen.

Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet
Zum Zeitpunkt des Unglückes befanden sich 150 Fahrgäste im Zug. Darunter auch Urlauber und Kinder, die zum Skifahren unterwegs waren. Sie wurden sofort aus dem Zug geholt und mit Bussen an ihr Reiseziel gebracht. "Der Lokführer steht unter Schock. Er wird derzeit psychologisch betreut", sagt ein Sprecher der ÖBB. Für den Zeitraum der Bergungs- und Reparaturarbeiten wurde ein Schienenersatzverkehr für die Ennstal Bahn eingerichtet. Erst gegen 15 Uhr konnte der normale Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden. Schockiert über das Unglück zeigte sich auch der Filzmooser Bürgermeister Johann Sulzberger: "Ich habe erst am Nachmittag vom Unfall erfahren. So etwas ist schrecklich." Immer wieder kommt es zu schweren und tragischen Unfällen an Bahnübergängen. Allein im Jahr 2013 verunglückten österreichweit 13 Menschen vor oder auf den Gleisen.

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