Do, 23. November 2017

Airbus-Absturz

29.03.2015 15:01

Aufnahme dokumentiert letztes Gespräch vor Absturz

Während die Einsatzkräfte am Sonntag die Suche nach weiteren Opfern der Germanwings-Tragödie sowie dem zweiten Flugschreiber fortsetzten, ist das letzte aufgezeichnete Gespräch zwischen dem Flugkapitän und dem Co-Piloten im Cockpit veröffentlicht worden. Nach den bisherigen Erkenntnissen wurde der Absturz vom 27-jährigen Co-Piloten Andreas Lubitz bewusst herbeigeführt. Zum Zeitpunkt des Unglücks war er allein im Cockpit. Berichte, wonach bereits Leichenteile von Lubitz an der Absturzstelle identifiziert worden seien, wurden indes von den Ermittlern dementiert.

Die Germanwings-Maschine mit 150 Menschen an Bord war am Dienstag in den französischen Alpen an einer Felswand zerschellt. Der Flugkapitän hatte die Kabine kurz verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Er kam danach nicht zurück ins Cockpit, weil Lubitz offenbar bewusst die Tür nicht öffnete.

Die "Bild am Sonntag" berichtete über das letzte, vom sichergestellten Stimmrekorder aufgezeichneten Gespräch zwischen dem Flugkapitän und dem Co-Piloten im Cockpit. Demnach erzählte der Pilot unter anderem, dass er es in Barcelona nicht geschafft habe, auf die Toilette zu gehen. Der Co-Pilot habe ihm daraufhin angeboten, er könne jederzeit übernehmen. Einige Minuten später habe der Flugkapitän dann zu Andreas Lubitz gesagt: "Du kannst übernehmen." Daraufhin verließ er die Kabine.

"Mach die verdammte Tür auf!"
Als sich die Maschine später im Sinkflug befand, ertönte laut "Bild am Sonntag" im Cockpit ein automatisches Alarmsignal. Der Pilot habe dann versucht, die Tür zum Cockpit mit Gewalt zu öffnen. "Mach die verdammte Tür auf!", rief er demnach. Auch Schreie der Passagiere seien nach Angaben des Blattes zu hören gewesen, bevor das Flugzeug dann an einem Bergmassiv zerschellte.

Ermittler: DNA von 78 Opfern gesichert
Berichte, wonach am Absturzort Leichenteile des Co-Piloten entdeckt worden seien, wurden am Sonntagnachmittag vom zuständigen Staatsanwalt Brice Robin dementiert: "Wir haben noch keine Opfer identifiziert, sondern DNA-Spuren von insgesamt 78 Menschen gesichert." Diese sollen nun zur Identifizierung der Toten mit DNA-Proben von Familienangehörigen abgeglichen werden, erklärte der Staatsanwalt.

Bis Montagabend solle zudem ein Fahrweg für Geländefahrzeuge zur schwer zugänglichen Unglücksstelle angelegt werden, sagte Robin. Bisher ist die abgelegene Gegend nur per Hubschrauber oder zu Fuß erreichbar. Die Straße soll die Bergung größerer Trümmerteile erleichtern, die nur schwer per Helikopter transportiert werden können.

Weiter Fragen nach Gesundheitszustand des Co-Piloten
Am Wochenende konzentrierten sich die Fragen weiter auf den Gesundheitszustand von Lubitz. Medienberichten zufolge war der Co-Pilot bei Neurologen und Psychiatern in Behandlung, in seiner Wohnung wurden Medikamente zur Behandlung psychischer Erkrankungen gefunden. Zudem erklärte eine Ex-Freundin des Mannes, Lubitz habe Andeutungen gemacht, er werde einst große Bekanntheit erlangen.

Die Lufthansa wusste nach eigenen Angaben nichts von einer angeblichen psychischen oder anderen Erkrankung des Co-Piloten. "Wir haben da keine eigenen Erkenntnisse", sagte ein Firmensprecher am Sonntag auf die Frage, ob das Unternehmen als Muttergesellschaft von Germanwings von Depressionen oder etwaigen Augenproblemen des 27-Jährigen wusste.

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