So, 17. Dezember 2017

Innsbruck: Kongress

05.03.2015 21:01

Das Herz ist Haupttodesursache bei den Frauen

"Frauenherzen schlagen anders!" Diese und weitere neue Erkenntnisse rund um Herz-Kreislauferkrankungen sind Thema beim 17. Kardiologie-Kongress in Innsbruck. Hochrangige Ärzte sind mit dabei.

Wie können Lebensqualität und Überleben von Menschen, die an Herz-Kreislauferkrankungen leiden, in Zukunft verbessert werden? Dies ist eine der Fragen, der sich führende Kardiologen bei der dreitägigen Fachtagung im Congress Innsbruck widmen. Dabei werden am Samstag Vormittag acht interessante Fälle besprochen.

"Unterschiede zwischen Mann und Frau spielen in der Kardiologie eine immer wichtigere Rolle", erklärt Wolfgang-Michael Franz, Direktor der Inneren Medizin an der Innsbrucker Klinik und Leiter des Kongresses. Im Gegensatz zur gängigen Volksmeinung leiden Frauen im Vergleich zu Männern nämlich deutlich häufiger an Herz-Kreislauferkrankungen. Wirft man einen Blick auf die Todesursachen, wird dies besonders deutlich: Rund 48% der Frauen sterben durch Probleme am Herzen, bei den Männern beträgt dieser Prozentsatz "nur" knapp 38%.

Der Herzinfarkt ist keine reine Männerkrankheit

Auch Vera Regitz-Zagrosek, Ärztin an der Charité in Berlin, bestätigt diese Erkenntnisse. "Herzinfarkte sind keineswegs reine Männerkrankheiten. Häufig bleiben diese bei Frauen aber unentdeckt, weil weder sie selbst noch die behandelnden Ärzte nach der Symptombeschreibung mit einem Infarkt rechnen", sagt die erfahrene Medizinerin. Dadurch kommen Frauen oft später ins Krankenhaus als Männer oder im schlimmsten Fall gar nicht.

"Ältere Frauen werden oft zu wenig behandelt"

Andrea Podczeck-Schweighofer, Ärztin am Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien, ortet außerdem auch gewisse Geschlechtsunterschiede in der Therapie von Herz-Rhythmusstörungen und deren Hauptproblem, dem Vorhofflimmern. "Besonders ältere Frauen werden oft zu wenig behandelt, weil manche Ärzte Angst vor möglichen Komplikationen haben." Dabei wären blutverdünnende Medikamente wichtig, da gerade bei älteren Frauen mit Vorhofflimmern das Schlaganfallrisiko besonders hoch ist.

Mehr Infos zum Kongress findet man unter www.kardiologie-innsbruck.at

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