So, 19. November 2017

Attacke auf Postler

21.11.2014 17:00

„Sie sagte nur ‚Hallo Briefträger‘ - und stach zu“

Das Motiv, warum eine 43-jährige Mühlviertlerin im oberösterreichischen Eidenberg auf den gleichaltrigen Briefträger Reinhold Altmüller mit einem Küchenmesser mit 15-Zentimeter-Klinge eingestochen haben soll, klingt unfassbar: "Ich wollte von meinem Mann weg, wollte verhaftet werden." Jetzt wird die psychisch kranke Angreiferin in der Landesnervenklinik in Linz betreut. Ihr Opfer erholt sich im Linzer AKH nach einer Notoperation. Die "Krone" hat mit dem 43-Jährigen gesprochen.

"Krone": Herr Altmüller, können Sie sich an den Angriff noch erinnern?
Reinhold Altmüller: Ich hab' wie jeden Tag meine Runde gemacht, Bettina kam wie üblich zum Auto, um die Post zu holen. Ich sagte noch "Hallo Bettina", sie noch "Hallo Briefträger" - dann stach sie zu.

"Krone": Ihnen war zuvor nichts aufgefallen?
Altmüller: Im Nachhinein war eigenartig, dass sie eine Hand hinterm Rücken hatte. Aber sonst war nichts. Sie hat auch nichts gesagt.

"Krone": Wie konnten Sie den Angriff abwehren?
Altmüller: Sie hatte ja die Fahrertür aufgerissen, ich hab' sie wieder zugeschlagen, hab' dabei ihren Arm eingezwickt. Als ich weggefahren bin, hab’ ich gesehen, wie sie noch auf das Auto einsticht.

"Krone": Sie konnten trotz ihrer Verletzung fahren?
Altmüller: Das war wohl im Schock. Überall war Blut. Ich bin zu einer Bäuerin gefahren, die hat gemeint, ob ich einen Brief vergessen hab'. Ich hab' gesagt, dass ich einen Notarzt brauche - und bin dann erst im Spital wieder aufgewacht.

"Krone": Haben Sie noch große Schmerzen?
Altmüller: Beim Lachen tut's noch sehr weh. Aber der Arzt hat gesagt, dass ich Glück hatte, das Messer ist nur knapp an der Halsschlagader vorbeigegangen. Ich hoffe, dass ich bald wieder gesund bin. Ich arbeite nebenbei auch bei einem Sicherheitsdienst und wäre eigentlich beim Hahnenkammrennen eingeteilt.

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