Mi, 22. November 2017

Zweifelhafte Events

21.07.2014 12:15

Tiere bei Partys in Londoner Zoo misshandelt

Seit Jahren lädt der Londoner Zoo im Sommer junge Besucher zu den sogenannten Zoo-Lates-Events - an Freitagabenden können Feierwütige zu Musik und Weinverkostung erscheinen. Doch die Veranstaltungen scheinen zunehmend zu eskalieren. Mitarbeiter berichten von betrunkenen Übergriffen auf die Zootiere, die zudem mit Lärm und Kamerablitzen zurechtkommen müssen.

Laut einem Bericht der Daily Mail äußern immer mehr Mitarbeiter eines der ältesten Zoos der Welt in London Bedenken über die Partys, die dort im Sommer stattfinden. Bei den "Zoo Lates"-Events im Juni und Juli werden Livemusik, eine Comedyshow und eine Weinverkostung angeboten. Auch ein Besuch der Tigergehege ist inkludiert. Ein beliebter Event bei jungen Partygängern - doch für die Zootiere scheint die Veranstaltung immer mehr zur Belastung zu werden.

Partygänger sollen Zootiere misshandeln
Vor allem der Alkoholkonsum der Besucher der "Zoo Lates"-Events hat für die Tiere teils verheerende Auswirkungen: Berichte über Misshandlungen häufen sich. So soll vor Kurzem eine alkoholisierte Frau einen Vogel geschlagen haben; ein junger Mann habe zudem versucht, nackt ins Pinguin-Gehege einzubrechen, eine Partybesucherin in den Bereich der Löwen. Mehrere Schmetterlinge sollen bereits absichtlich mit den Schuhen zertreten worden sein. Lärm und Blitzlichte der Kameras erhöhen nach Angaben der Tierpfleger den Stress bei den tierischen Zoobewohnern.

"Darum sollte es in Zoos nicht gehen"
"Untertags sind Tier- und Artenschutz unsere höchste Priorität, aber abends scheint das dann egal zu sein. Darum sollte es in Zoos nicht gehen - aber die Partys bringen viele Einnahmen", zitiert die Daily Mail einen Zoomitarbeiter. Tatsächlich sind die Veranstaltungen stets ausverkauft, mehr als 6.000 Menschen erscheinen pro "Zoo Lates"-Abend. Im Ticketpreis von 44 Euro sind einige Gläser Wein inbegriffen.

Zoo sieht keinen Grund für Alkoholverbot
Die Sprecherin des Zoos will indes von einer Gefährdung der Tiere nichts wissen. "Wir würden den Alkoholkonsum verbieten, wenn wir das für notwendig halten würden", so die Frau zur Daily Mail. "Im Moment sehen wir dafür aber keinen Grund. In den Jahren 2013 und 2014 mussten wir nur drei Personen von der Veranstaltung ausschließen."

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