Fr, 24. November 2017

Neue Statistik

02.07.2014 09:07

2013 dienten 24.000 mehr Tiere Versuchen als 2012

Zum ersten Mal seit Inkrafttreten des neuen Tierversuchsgesetzes wurde am Dienstag die jährliche Tierversuchsstatistik für das Vorjahr veröffentlicht. Demnach verwendeten österreichische Forscher 2013 um 24.000 Tiere mehr für Versuche als im Vorjahr, wobei die Tierversuchs-Definition erweitert worden war. Neu ist etwa, dass gentechnisch veränderte Tiere angeführt werden müssen.

Die Tierversuchsstatistik des Jahres 2013 weist 60.000 gentechnisch veränderte Tiere aus, darunter 8.189 mit pathologischen Merkmalen. Erstmals mussten die Wissenschaftler auch angeben, wie sehr die Tiere unter ihren Versuchen leiden: 62.905 Versuchstiere mussten demnach ein mittleres Leid und 6.011 sogar ein schweres Leid erdulden.

Wissenschaftler beurteilten auch Tierleid
"Bedenkt man, dass Menschen, die ständig Tierleid erleben, dadurch abstumpfen und das wahre Ausmaß des Leides nicht mehr abschätzen können, erschüttern die Ergebnisse umso mehr", so Martin Balluch, Obmann des VGT ("Verein gegen Tierfabriken"). Laut Statistik sei "schweres Leid" beispielsweise Mäusen für die Qualitätskontrolle erzeugter Arzneimittel und Tauben zur Erforschung von Tierkrankheiten zugefügt worden.

"Verzweiflung, Angst und Schmerzen"
Balluch, selbst Mitglied der Tierversuchskommission des Bundes: "Hinter jeder Zahl in dieser Tierversuchsstatistik verbirgt sich das Schicksal eines leidensfähigen Lebewesens, sind Verzweiflung, Angst und Schmerzen versteckt." Die neue, detailliertere Statistik ermögliche einen besseren Überblick über das Geschehen in Österreichs Tierversuchslabors. "Doch wir haben noch einen weiten Weg vor uns, dieses immense Leid wenigstens zu reduzieren", so Balluch.

Weitere Neuerungen sollen Tiere schützen
Tierschützer hoffen auf positive Auswirkungen einer weiteren Neuerung: Ab Ende 2015 muss ein Kriterienkatalog für Genehmigungsanträge erfüllt werden, der eine Abwägung des zu erwartenden Nutzens mit dem den Tieren zugefügten Schaden vorsieht. "Dass zum Beispiel Tauben ein schweres Leid ertragen müssen, damit Tierkrankheiten erforscht werden können, ist mehr als fragwürdig und sollte keinesfalls zugelassen werden", schließt Balluch.

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