Mi, 22. November 2017

Sitzt in U-Haft

07.06.2014 17:00

Ex-Botschafter Aliyev beantragte Asyl

Besonders dreist oder einfach nur schlau: Kaum war Rakhat Aliyev auf dem Wiener Flughafen in Gewahrsam der Polizei, beantragte er schon Asyl. Er werde "politisch verfolgt". Offenbar eine Sicherheitsvorkehrung des Ex-Diplomaten. Er ist mittlerweile staatenlos - und könnte so trotz verweigerter Auslieferung als nunmehr Illegaler nach Kasachstan abgeschoben werden.

Ein Ex-Botschafter, zwei behördliche "Baustellen". Die eine ist juristischer Natur: Wie berichtet, steht Aliyev unter dringendem Verdacht des zweifachen Mordes. Er sitzt nun in U-Haft und wartet auf den Prozess. Doch auch das Bundesamt für Asyl ist nach seiner Selbstauslieferung mit dem kasachischen Ex-Botschafter beschäftigt. Grund: Aliyev beantragte im Zuge seiner "Selbstauslieferung" auf dem Flughafen Wien-Schwechat umgehend Asyl.

Ein kluger Schachzug: Denn der frühere Geheimdienstchef und Top-Diplomat ist seit der Aberkennung seines rot-weiß-roten Aufenthaltstitels vor einigen Monaten staatenlos, besitzt keinen Pass und ist somit offiziell illegal in unserem Land.

Asylstatus soll Auslieferung nach Kasachstan verhindern
Das bedeutet: Auch wenn die Justiz in Hinblick auf Menschenrechte die Auslieferung an Kasachstan verweigert - fremdenrechtlich könnte er dann dennoch wegen unrechtmäßigen Aufenthaltes in die Heimat abgeschoben werden. Die wohl größte Angst des hier in Ungnade gefallenen Ex-Präsidenten-Schwiegersohnes. Eine Angst, die mit gewährtem Asyl aber hinfällig wäre.

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