Fr, 20. Oktober 2017

59 neue Österreicher

03.06.2014 13:52

Erstmals seit drei Jahren „Promi-Einbürgerungen“

Nach drei Jahren Pause gibt es wieder sogenannte Promi-Einbürgerungen. Die Regierung segnete am Dienstag im Ministerrat eine Liste mit 59 Personen ab, die wegen bemerkenswerter Leistungen die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Unter ihnen sind der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis und Schauspieler Gideon Singer.

Dass es so ungewöhnlich lange gedauert hat, bis wieder aus besonderen Gründen die Staatsbürgerschaft verliehen wird, hängt unter anderem damit zusammen, dass auf Initiative des früheren Integrationsstaatssekretärs und heutigen Außenministers Sebastian Kurz erstmals ein Kriterien-Katalog gebastelt worden war. Diesem wurden die gesamt 130 Anträge unterzogen. 59 der Ansuchen erfüllten die Voraussetzungen.

Staatsbürgerschaft an Bedingungen geknüpft
Bedingung dafür ist, dass eine Einbürgerung der jeweiligen Person aufgrund von "bereits erbrachten und noch zu erwartenden außerordentlichen Leistungen im besonderen Interesse der Republik liegt". Bei Wirtschaftstreibenden wird etwa darauf abgezielt, dass sie zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen imstande sind oder maßgebliche Investitionen planen. Bei Sportlern ziehlt man beispielsweise darauf ab, dass sie in einem österreichischen Nationalteam sofort einsetzbar sind und dass ihre Laufbahn noch länger andauern wird.

Bei Künstlern kann ein Faktor sein, dass sie ein besonderer Publikumsmagnet sind, bei Wissenschaftlern kann internationaler Bekanntheitsgrad oder die Lehrtätigkeit an einer österreichischen Hochschule hilfreich sein. Die jeweils zuständigen Ministerien müssen bei den Anträgen prüfen, ob die Voraussetzungen für eine beschleunigte Einbürgerung erfüllt sind. Anschließend entscheidet noch der Ministerrat.

Sportler größte Gruppe der Neu-Österreicher
Besonders groß ist diesmal - wie schon des Öfteren - die Gruppe der Sportler, wenngleich die ganz prominenten Namen fehlen. Immerhin ist mit der aus Polen stammenden Seglerin Jolanta Ogar eine Anwärterin für olympisches Edelmetall dabei. Aus dem Bereich Wirtschaft prominentester Neu-Österreicher ist Lidl-Generaldirektor Christian Karnath, der aus Berlin stammt. Kulturelle Gründe hat etwa die Einbürgerung des Dirigenten Andres Filipe Orozco Estrada aus Kolumbien sowie der Georgierin Ketevan Papeva, Solotänzerin an der Wiener Staatsoper. Zu den bekannten Wissenschaftlern auf der vom Ministerrat beschlossenen Liste zählt Physiker Haim Harari, der in Österreich auch als Vorsitzender des Exekutivaussschusses der Elite-Uni IST bekannt wurde.

Das Spezielle an den "Promi-Einbürgerungen" ist, dass bei ihnen keine Wartezeit auf die Staatsbürgerschaft besteht. In allen anderen Fällen, selbst bei sonstigen privilegierten Gruppen wie EU-Bürgern und besonders gut Integrierten, muss mindestens sechs Jahre auf den österreichischen Pass gewartet werden.

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