Fr, 24. November 2017

In Stall gesichtet

22.05.2014 16:49

Wolf von Landwirt in Kärnten erlegt

Ein Wolf ist in Kärnten von einem Bauern erlegt worden. Das geschützte Tier war offenbar in den Stall des Landwirts eingedrungen und soll schon zuvor mehrere Schafe gerissen haben. Zum Umgang mit zugewanderten Wildtieren seien jedenfalls noch "bewusstseinsbildende Maßnahmen" notwendig, hieß es seitens der zuständigen Landespolitiker.

Laut Polizei hatte der Sohn des Bauern gegen 20 Uhr ein Tier beobachtet, das in den Schafstall schlich. Er verständigte daraufhin seinen Vater. Der wiederum holte sein Jagdgewehr und erlegte den Eindringling. Erst danach stellte sich heraus, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf gehandelt hatte. Bei der Polizei wurde wegen des Vorfalls jedenfalls Anzeige erstattet, da es sich bei einem Wolf um ein geschütztes Tier handelt.

"Ich hatte Angst um meine Kinder. Das Tier war nur einen Meter neben der Treppe, die meine Kinder mehrmals täglich auf und ab laufen, um die Lämmchen zu besuchen", so der Schütze Michael Stocker.

"Bewusstseinsbildende Maßnahmen" notwendig
"Es ist bedauerlich und traurig, dass ein Wolf erlegt worden ist. Der Landwirt war aber offenbar in einer Extremsituation, es ist niemandem ein Vorwurf zu machen", so der für Naturschutz zuständige Landesrat Rolf Holub (Grüne): "Viele Wildtiere kommen zurück, und das ist gut so." Die Menschen müssten nun aber wieder lernen, mit den "Rückkehrern" umzugehen. Dazu seien noch viele "bewusstseinsbildende Maßnahmen" notwendig. In Bezug auf Bären etwa sei diesbezüglich in Kärnten schon vieles geschehen, so Holub. Der Kadaver werde nun veterinärmedizinisch untersucht, ergänzte der für Jagdfragen zuständige Landesrat Christian Ragger (FPÖ).

"Landwirt hat Eigentum verteidigt"
In Kärnten sind in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt Wölfe gesichtet worden, nachdem das Tier im 19. Jahrhundert ausgerottet worden war. Wölfe seien zwar grundsätzlich geschützt, der Landwirt habe jedoch lediglich sein Eigentum verteidigt, sagte Ragger: "Aus derzeitiger Sicht hat er rechtlich keine Übertretung begangen."

"Wir werden künftig verstärkt diskutieren müssen, wie wir mit neu zugewanderten Wildtieren umgehen", meinte Ragger. Im vergangenen Jahr seien alleine in Kärnten 15 Bären, Luchse und auch vereinzelt Wolfe gesichtet worden. "Ich plädiere dafür, in der Debatte einen kühlen Kopf zu bewahren", so Ragger. Landwirte müssten eine Entschädigung für gerissene Tiere erhalten, "Problemtiere" müssten erlegt werden dürfen, forderte der Politiker.

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