Do, 23. November 2017

Strengere Regeln

09.04.2014 13:52

Alkoholverbot für Lenker von Schülertransporten

Für "echte" Busfahrer gilt bereits ein Alkoholverbot am Steuer, künftig soll dieses auch für Lenker von Schülertransporten mit Pkws oder Kombis gelten. Verkehrsministerin Doris Bures und Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, präsentierten am Mittwoch in Wien ein Sicherheitspaket für Schülertransporte. Neben dem Alkoholverbot sollen zudem die Ausbildungsvorschriften überarbeitet werden. Im Zuge eines Pilotprojekts werden darüber hinaus auch 30 ÖBB-Postbusse, die Schüler befördern, mit sogenannten Alkolocks ausgestattet.

Nach einem tragischen Unfall vor knapp zwei Wochen - ein Lkw hatte eine Schulbus gerammt, ein Zwölfjähriger starb, zahlreiche weitere Kinder wurden teils schwer verletzt - war die Diskussion rund um die Sicherheit von Schülern bei der Beförderung einmal mehr laut geworden. Immerhin sind täglich in ganz Österreich 550.000 von insgesamt 1,1 Millionen Schülern mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Laut Bures werden davon fast drei Viertel mit Kleinbussen und Pkws chauffiert.

Künftig Alkoholverbot für Lenker von Schülertransporten
Dennoch gelten für diese Art der Beförderung bislang geringere Sicherheitsmaßstäbe als für Lenker großer Busse. So reichen ein B-Führerschein sowie ein oranges Schild, um bis zu acht Schüler in Kleinbussen zu transportieren - bei einer erlaubten Promille-Grenze von 0,5. Eine Novelle des Gelegenheitsverkehrsgesetzes soll dies nun ändern: Künftig soll daher auch für diese Lenker ein Alkoholverbot am Steuer herrschen.

Ausbildungsvorschriften für Schülertransporte überarbeiten
Darüber hinaus sollen mit der Initiative "Sicher in die Schule" auch die Ausbildungsvorschriften für Schülertransporte überarbeitet werden und zum Start der nächsten Schulsaison im Herbst bereits in Kraft treten, sagte Bures. Während bislang lediglich drei Jahre B-Führerschein sowie fünfjährige Unbescholtenheit im Straßenverkehr ausreichen, soll dies nun mit zusätzlichen Maßnahmen ergänzt werden. Vor allem auf die besonderen Risikosituationen im Schülertransport und im Umgang mit Kindern soll künftig eingegangen werden. Noch offen ist allerdings, wer dies finanzieren wird, sagte Othmar Thann am Mittwoch. Jedenfalls sollen die Lenker in den Fahrtechnikzentren von ÖAMTC und ARBÖ ausgebildet werden.

Pilotprojekt: "Alkolocks" in 30 ÖBB-Bussen
Als weitere Maßnahme würden in einem Pilotprojekt "ganz zügig noch im Mai" 30 ÖBB-Postbusse mit "Alkolocks" ausgestattet, sagte Bures. Die Kosten von rund 60.000 Euro - 1.500 bis 2.000 Euro kostet der Einbau eines "Alkolocks" - werden von den ÖBB getragen. Das Alkohol Interlock System stellt sicher, dass Lenker nur dann ein Fahrzeug in Betrieb nehmen können, wenn bei der Abgabe einer Atemluftprobe der Grenzwert nicht überschritten wird. "Das Pilotprojekt wird im Süden Wiens, in Vösendorf, stattfinden", kündigte die Ministerin an. Wenn es sich als "sinnvoll" herausstellt, sollen "sukzessive alle 2.200 ÖBB-Busse mit "Alkolocks" ausgestattet werden". Das Kuratorium für Verkehrssicherheit wird das Pilotprojekt begleitend evaluieren.

"Kinder sind dem Lenker ausgeliefert"
"Ziel ist es, den Weg zur Schule sicherer zu machen", sagte die Ministerin. Denn jedes Jahr ereignen sich bei Schülertransporten "25 bis 30 Unfälle mit insgesamt rund 40 Verletzten". Ins selbe Horn bließ auch Thann: "Kinder sind dem Lenker ausgeliefert." Alkohol-Fahrten müssen laut dem KFV-Direktor in Österreich daher nicht nur verboten, sondern sollen im Alltag auch technisch nicht mehr möglich sein. In KFV-Projekten wurden bereits gute Erfahrungen mit "Alkolocks" im Schülertransport in Oberösterreich, Salzburg und Wien gemacht.

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