So, 19. November 2017

Verstoßenes Jungtier

13.03.2014 08:37

Gerettetes Bartgeierbaby von Ammeneltern adoptiert

Noch vor Kurzem galt es als Sorgenkind, doch jetzt entwickelt es sich unter der Obhut seiner neuen Ammeneltern prächtig: Jenes Bartgeierbaby, das die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) vor einigen Tagen von einem tschechischen Zoo übernahm. Seine leiblichen Eltern hatten sich nur um das ältere Geschwisterchen gekümmert und den Nachzügler verstoßen.
Den Betreuern im Zoo war außerdem rasch aufgefallen, dass der Nestling den Kopf nicht heben konnte und ihn seitlich stark verdreht hielt. Bei seiner Ankunft wog der kleine Patient gerade 230 Gramm.

"Da schon am nächsten Tag die Symptome weitgehend abgeklungen waren, der Kopf soweit aufrecht gehalten werden konnte, um ohne Hilfe das Futter von einer Pinzette abnehmen zu können, wurde beschlossen, den Jungvogel schon am nächsten Tag seinen Ammeneltern anzuvertrauen", erzählt Dr. Hans Frey, Leiter der EGS.

Tierische Ammeneltern
Kurz danach beobachtete das EGS-Team mit dem Feldstecher, dass das neue Elternpaar den Winzling bereitwillig und fürsorglich annahm und ihn schon unmittelbar nach dem Einsetzen ins Nest wärmte. Auch eine erste Fütterung des Kleinen wurde bestätigt.

Nur ein Junges im Nest überlebt
Bei Bartgeiern gibt es das Problem, dass unter natürlichen Bedingungen immer nur ein Junges überlebt. "Da der Legeabstand zumindest fünf Tage beträgt, besteht ein erheblicher Alters- und Größenunterschied zwischen den Geschwistern, die miteinander recht kriegerisch umgehen. So wird das jüngere Geschwister abgedrängt und stirbt immer an Stress und Unterernährung", erklärt Dr. Frey.

Kunsteier für die Brutstimmung
Diesem Schicksal konnte der kleine Patient in der EGS entgehen. In der Station, die gleichzeitig die Zentrale einer europaweiten Bartgeier-Zuchtkooperation ist, stehen Ammenpaare zur Verfügung, um diese "überzähligen" Jungtiere artgerecht aufziehen zu können. Es handelt sich um "erfahrene" Bartgeier, die mit Kunsteiern in Brutstimmung gebracht werden und danach bereitwillig fremde Nestlinge adoptieren.

Junges soll in die Natur entlassen werden
Zur großen Freude des gesamten EGS-Teams ist das Bartgeierbaby inzwischen bereits sichtlich schwerer und zeigt keinerlei Symptome mehr. Wichtig ist es Dr. Frey nun, dass der Vogel in absehbarer Zeit auch seine Freiheit genießen kann, wie es das Zuchtprogramm vorsieht: "Wir hoffen, dass auch die weitere Aufzucht so gut verläuft wie bisher und unser Pflegling in drei Monaten, begleitet von seinen ehemaligen tschechischen Tierpflegern und uns, in die Natur entlassen werden kann."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).