Sa, 18. November 2017

Wenig Schneefall

25.02.2014 12:54

Zweitwärmster Winter der Messgeschichte

Jetzt ist es amtlich: Der Winter 2013/2014 war der zweitwärmste in der 247-jährigen Messgeschichte, bilanzierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) vorläufig die Saison am Dienstag. Noch wärmer war es nur 2006/2007. Schnee bekam überhaupt nur der Süden zu sehen, der Norden musste sich mit ein paar Flankerl zufriedengeben.

Während die Österreicher bereits die ersten warmen und sonnigen Tage im Freien genossen, zog die ZAMG eine erste Bilanz: "Österreichweit gesehen lag die Temperatur in diesem Winter um 2,7 Grad über dem vieljährigen Mittel", sagte ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. "Auf Platz eins liegt weiterhin der Winter 2006/07, der um 3,4 Grad zu mild war. Auf Platz drei liegt der Winter 1997/98, mit einer Abweichung von 2,3 Grad vom Mittel. Das bestätigt den Trend, dass sich milde Winter in den letzten Jahrzehnten häufen."

Die absolut höchste Temperatur in diesem Winter wurde am 25. Dezember mit 19,1 Grad Celsius am Salzburger Flughafen gemessen. Die tiefste Temperatur des Winters registrierte die ZAMG am Brunnenkogel in Tirol auf 3.437 Meter mit minus 20,7 Grad am 28. Jänner.

Sehr feucht im Süden, extrem trocken im Norden
Extrem waren in diesem Winter auch die Unterschiede zwischen einem sehr feuchten Süden und einem sehr trockenen Norden. Auf der Nordseite der Alpen gab es nur 50 bis 60 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge, im Süden dagegen 250 Prozent.

In einigen Regionen sind die Abweichungen noch extremer. "Im südlichen Osttirol und in Kärnten vom Wörthersee bis ins Mölltal fiel um 400 bis 500 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Nördlich einer Linie von Salzburg bis Eisenstadt gab es in diesem Winter dagegen nur 38 Prozent der mittleren Niederschlagsmenge", bilanzierte Orlik.

Die ohnehin schon sehr niederschlagsreiche Wetterstation am Loiblpass in Kärnten auf 1.097 Metern Höhe zeigte zudem eine meteorologische Besonderheit. Seit es hier Niederschlagsaufzeichnungen gibt (1958), gab es in den ersten zwei Monaten eines Jahres noch nie so viel Niederschlag.

Am meisten Schnee fiel im Südwesten
Den meisten Schnee gab es im Südwesten. "In Dellach im Drautal fiel sehr viel Schnee, mit 387 Prozent des Neuschnee-Mittelwertes. Das Niederschlagsplus lag hier bei 403 Prozent. In Klagenfurt, also etwas weiter im Osten, war die Niederschlagsmenge mit 355 Prozent des Mittels ebenfalls hoch." Allerdings lag die Neuschneesumme nur drei Prozent über dem vieljährigen Mittel. Hier gab es in diesem Winter also deutlich mehr Regen als Schnee.

Extrem schneearm waren hingegen Nordtirol und Vorarlberg. In tiefen Lagen gab es hier nur etwa zehn bis 30 Prozent der hier üblichen Neuschneesummen, in Lagen ab 1.000 Meter Seehöhe waren es 50 Prozent der mittleren Neuschneesummen.

Sonne ließ sich ein bisschen weniger blicken
Bei der Sonnenscheindauer wurde in diesem Winter österreichweit ein kleines Defizit von fünf Prozent verzeichnet. Wie beim Niederschlag gab es auch hier große regionale Unterschiede. Während es nördlich des Alpenhauptkammes von Vorarlberg bis ins Nordburgenland um etwa fünf bis 15 Prozent mehr Sonnenschein gab, mussten Kärnten, die Süd- und Südoststeiermark und das Südburgenland mit nur 60 bis 80 Prozent der hier üblichen winterlichen Sonnenscheindauer auskommen. Der sonnenärmste Ort war in diesem Winter St. Andrä im Lavanttal mit einem Defizit von 50 Prozent und 135 Sonnenstunden.

Die sonnigsten Orte waren hingegen im Waldviertel und in Oberösterreich zu finden. Um insgesamt 20 bis 40 Prozent zeigte sich in diesen Regionen die Sonne häufiger. In Weitra in Niederösterreich schien die Sonne mit 240 Stunden um 100 Stunden oder 70 Prozent länger. Am absolut längsten konnte die Sonne am Hahnenkamm genossen werden. Während des gesamten Winters schien die Sonne hier 390 Stunden.

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