Mi, 22. November 2017

Nach Ohnmacht

19.12.2013 09:37

US-Blindenhund sprang Herrl auf U-Bahn-Gleise nach

Blinde Menschen haben mit ihren Führhunden meistens eine ganz besonders enge Beziehung. Wie eng diese sein kann, zeigt ein Fall aus den USA: Als Cecil Williams plötzlich schwindlig wurde, stürzte der sehbehinderte Mann auf die Gleise der New Yorker U-Bahn. Sein Blindenhund "Orlando" zögerte nicht und sprang hinterher.

Cecil Williams wollte mit der U-Bahn zum Zahnarzt fahren und hatte wie immer seinen Blindenhund Orlando dabei. Als beide auf dem Bahnsteig warteten, geschah das Unglück: Williams wurde schwindelig, er begann zu taumeln. Sein schwarzer Labrador fing an, laut zu bellen, und schien sein Herrchen vor einem Sturz bewahren zu wollen - doch der blinde Mann wurde ohnmächtig und stürzte auf die U-Bahn-Gleise.

Hund sprang Herrchen auf Gleise nach
Augenzeugen berichten der "New York Post", dass Orlando seinem Besitzer nachsprang, an seiner Kleidung zerrte, ihn aber nicht von den Gleisen ziehen konnte. Es näherte sich bereits ein Zug, Hund und Herrchen drohten, in der Station umzukommen. Obwohl einige Zeugen versuchten, den Zugführer zu alarmieren, lagen Cecil Williams und Orlando beim Einfahren der U-Bahn noch im Gleisbett. Doch wie durch ein Wunder wurde keiner von beiden vom Zug erfasst - Cecil und sein treuer Blindenhund blieben beinahe unverletzt.

"Rettet mein Leben eigentlich täglich"
"Der Hund hat mein Leben gerettet", sagte Cecil Williams 24 Stunden später im Krankenhaus. Dort muss er sich erholen, bis die Wunde an seinem Kopf verheilt ist. Orlando wacht am Krankenbett seines blinden Herrchens und soll jetzt eine ganz besondere Belohnung bekommen. "Er führt mich durch die Gegend und rettet mein Leben eigentlich täglich", sagt Williams. Dabei sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als müsste sich das Gespann für immer trennen.

Gespann bleibt dank Spenden zusammen
Der Grund: Orlando ist schon fast elf Jahre alt und damit bald zu alt, um seinen Job als Blindenführhund weiter auszuüben. Sobald er das nicht mehr kann, wird die Haltung des Tieres nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt - und Cecil Williams kann sich ohne diese finanzielle Hilfe keinen Hund leisten. Schon in Kürze hätte er sich deswegen nach einem neuen Zuhause für Orlando umsehen müssen. Tierfreude waren jedoch so bewegt von seiner Geschichte, dass in kürzester Zeit mehrere Zehntausend Dollar an Spenden für die beiden gesammelt wurden. Cecil kann seinen vierbeinigen Retter also behalten - und bekommt einen jungen Blindenhund dazu.

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