Mo, 18. Dezember 2017

Trotz 0,0 Promille

15.12.2013 08:00

Mit Kater fährt man kaum besser als betrunken

Selbst wenn nach durchzechter Nacht der Alkoholkosum im Blut nicht mehr nachweisbar ist, ist die Fahrtauglichkeit deutlich eingeschränkt. Das ist zusammengefasst das Ergebnis zweier Studien, die zeigen, dass ein Kater die Fähigkeit, ein Auto zu lenken, fast im gleichen Ausmaß beeinflusst wie das Fahren im alkoholisierten Zustand.

Wie englische und niederländische Forscher jetzt zeigen konnten, sind Menschen nach einer durchzechten Nacht nicht wirklich fahrtüchtig, selbst wenn ein Alkomat bereits wieder 0,0 Promille attestiert. Das zeigten 20-minütige Fahrten im Simulator, die verkaterte, aber bereits wieder nüchterne Probanden machten. Der Test sollte die Herausforderungen eines Pendlers simulieren, die er mit dem Auto tagtäglich bewältigen muss.

Schlechtere Reaktion und mehr Fahrfehler
Es zeigte sich, dass die Versuchspersonen signifikant schlechtere Reaktionszeiten hatten, unberechenbarer fuhren und deutlich mehr Fahrfehler machten als die Versuchspersonen der Vergleichsgruppe, die am Vortag nüchtern geblieben waren.

"Sie fuhren, als ob sie mehr getrunken hätten als erlaubt, dabei hatten sie keinen Alkohol mehr intus", erläutert Studienleiter Chris Alford von der Universität of Westengland, der daher fordert, dass die Erkenntnisse der Untersuchung in Zukunft in Fahrsicherheitskampagnen einfließen sollten.

Fahren mit Kater sehr riskant
In einer weiteren Studie der Universität von Utrecht (Niederlande), nahmen Freiwillige, die am Vorabend zehn alkoholische Getränke konsumiert hatten, nachdem ihr Blutalkoholpegel wieder bei Null lag, an einem einstündigen Autobahn-Fahrtest teil. Auch hier zeigte sich, dass die Probanden öfter von der optimalen Fahrlinie abwichen, häufiger Schlangenlinien fuhren und deutlich unaufmerksamer unterwegs waren.

Die Fahrtauglichkeit der "Kater-Fahrer" sei in etwa vergleichbar mit jener von Autolenkern, die mit mehr als dem gesetzlich erlaubten Alkohollimit von 0,5 Promille unterwegs sind, berichten die Forscher. Ihr Fazit daher: Wer statt des fahrbaren Untersatzes sich selbst volltankt, der sollte am Tag danach besser öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder zu Fuß gehen.

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