Mi, 23. Mai 2018

Terror im Jemen

05.12.2013 11:34

Dutzende Tote bei Angriff auf Ministerium

Bei einem Angriff auf das jemenitische Verteidigungsministerium sind am Donnerstag laut den Behörden rund 50 Menschen getötet worden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen zündeten die Angreifer zunächst am Haupteingang des Gebäudekomplexes im Zentrum der Hauptstadt Sanaa eine Autobombe. Anschließend lieferten sich die Terroristen ein Gefecht mit den Wachsoldaten.

Die Angreifer, die Uniformen der jemenitischen Armee getragen haben sollen, drangen nach der Explosion in das Militärkrankenhaus und zwei weitere Gebäude in dem Ministeriumskomplex ein. Dort lieferten sie sich mehrere Stunden lang ein Gefecht mit Soldaten. Zudem töteten sie nach Informationen jemenitischer Medien zahlreiche Ärzte und Krankenschwestern. Aus dem Ministerium hieß es am Mittag, die meisten der Angreifer seien getötet worden, die Lage auf dem Gelände sei wieder unter Kontrolle.

Ein Sanitäter sagte, unter den Opfern seien auch eine Deutsche und eine philippinische Krankenschwester. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe eine ausländische Delegation das Militärkrankenhaus besucht. Der Sanitäter sprach von rund 100 Verletzten. Die Gesundheitsbehörden riefen zu Blutspenden auf, um den zahlreichen Verwundeten zu helfen.

Al-Kaida hinter Anschlag vermutet
Wer hinter dem Angriff steckt, der offensichtlich vor allem dem Krankenhaus galt, blieb zunächst unklar. Al-Kaida-Terroristen hatten jedenfalls in den vergangenen Jahren mehrfach vergeblich versucht, Verteidigungsminister Mohammed Nasser Ahmed zu töten. Der Minister hielt sich am Donnerstag zu einem Besuch in den USA auf.

Ahmeds Ministerium arbeitet im Kampf gegen die Gruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) mit den USA zusammen. Die US-Armee hatte im Jemen in den vergangenen Jahren mehrfach mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen mit Kampfdrohnen getötet. AQAP gilt als einer der aktivsten Ableger des internationalen Terrornetzwerks. Der Gruppe gehören außer Jemeniten auch Saudi-Araber sowie einige Ausländer anderer Nationalitäten an.

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