Do, 23. November 2017

„Kein Zufall“

15.10.2013 17:05

Grazer Stadtrand als „Revier der Riesenschlangen“

Schockerlebnis für zwei Schwammerlsucher in einem Wald am Grazer Stadtrand: Das Paar fand einen drei Meter langen Albino-Tigerpython. Es war bereits die dritte Riesenschlange seit Mai, die in dem Gebiet entdeckt wurde. Zuvor waren es ein gleich großer Python (ebenfalls ein Albino) und eine Boa constrictor...

"Solche Zufälle gibt es nicht. Ich bin sicher, dass die drei Schlangen von einem einzigen Besitzer ausgesetzt wurden - vermutlich im Mai", sagt Werner Stangl (2. Bild), der als Obmann des steirischen Reptilien- und Amphibienvereins zu allen drei Schlangenfunden in Stattegg gerufen wurde. Er hat bereits Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Stattegg gehört zum Grazer Bergland und ist beliebt bei Joggern, Mountainbikern, Spaziergängern oder auch Schwammerlsuchern. Stangl: "Die Boa lag im Mai in der Nähe eines Lokals im Bereich Kalkleiten. Der erste Albino-Tigerpython wurde Anfang September in der Nacht auf der Leberstraße gefunden. Er hat sich auf dem Asphalt gewärmt."

Ast entpuppt sich als Tigerpython
Am Montagabend wurde dann der zweite Tigerpython von Monika Raback und Peter Ogrin (Bild) entdeckt - beim Schwammerlsuchen. "Ich dachte erst, dass es sich um einen großen Ast handelt, der wie eine Schlange aussieht. Ein Wahnsinn, dass jemand lebende Tiere aussetzt und überhaupt nicht bedenkt, dass solche Riesenschlangen gefährlich sind - für Kinder etwa", meint Ogrin entsetzt.

Zum Glück haben sich die Stattegger Schlangen "nur" von Fasanen und Co. ernährt. "Im Sommer haben die Schlangen bei uns eine sehr gute Überlebenschance. Im Winter sterben sie. Ich wundere mich, dass der zweite Tigerpython die derzeit recht tiefen Temperaturen überstanden hat", erklärt Stangl. Was mit den Schlangen passiert? "Sie werden vorerst bei mir untergebracht. Dann gehen sie an Zoos oder Züchter", so der Experte.

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