Fr, 24. November 2017

„Wie Taubeneier“

05.05.2013 12:37

Hagelunwetter in NÖ: Murenabgänge, Keller überflutet

Mehrere Bezirke in Niederösterreich sind am Samstagabend von schweren Unwettern heimgesucht worden. Es gab Überschwemmungen, Vermurungen und Hagelschäden. Zahlreiche Keller wurden überflutet. Im Wechselgebiet (Bezirk Neunkirchen) gingen Hagelkörner "so groß wie Taubeneier" nieder, berichtete Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Insgesamt rückten an die 500 Einsatzkräfte aus.

Gegen 18 Uhr verdunkelte sich der Himmel über dem Wechselgebiet. Ein Hagelunwetter in Verbindung mit Starkregen begann zu wüten. Rund eine halbe Stunde lang fielen Hagelkörner und Regen vom Himmel und verwandelten so manchen Ort in eine Winterlandschaft. Es regnete an einigen Stellen bis zu 60 Liter in der Stunde. Auch das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Edlitz wurde nicht verschont. Bei den Florianis mussten 20 Zentimeter Wasser aus dem Keller gepumpt werden.

Auf der A2 gab es in diesem Bereich aufgrund des Hagels kein Weiterkommen. Zehn bis 30 Zentimeter hoch bedeckten Eiskörner die Straßen, Muren machten Fahrbahnen unpassierbar. Traktoren und Schneepflüge mussten ausrücken und die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren bei den Aufräumarbeiten unterstützen. "In Edlitz und Feistritz hatte man jedenfalls den Eindruck, dass im Mai der Winter ausgebrochen ist. Über Feldern und Wiesen lag ein weißer Hagelteppich", berichtete Resperger.

Überflutungen im Bezirk Krems
Knapp vor Mitternacht wurden dann auch die Gemeinden Spitz an der Donau, Hadersdorf, Krems, Reichau und Senftenberg von massiven Unwettern getroffen. Mehrere Bäche schwollen innerhalb weniger Minuten bedrohlich an und traten über die Ufer. Rund 110 Feuerwehrleute waren damit beschäftigt, Keller auszupumpen, Verklausungen bei Brücken und Vermurungen auf Straßen zu beseitigen. Am Sonntag wurden auch 16 Soldaten des Pionierbataillons 3 aus Melk nach Spitz beordert.

Im Bezirk Waidhofen a.d. Thaya waren vor allem Gastern und Kleinzwettl betroffen. In beiden Orten mussten Straßen wegen Vermurungen gesperrt werden. Um Häuser vor Überschwemmungen zu schützen, wurden 700 Sandsäcke aufgelegt. Im Waldviertel standen 130 Feuerwehrleute im Unwettereinsatz.

Auch die Steiermark und das Burgenland betroffen
Laut ersten Schätzungen der Österreichischen Hagelversicherung waren durch das Unwetter, das auch in der Steiermark und dem Burgenland Schäden verursachte, rund 1.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche betroffen. Der Gesamtschaden wurde am Sonntag mit 700.000 Euro beziffert.

Unwetter und ihre drastischen Folgen für die Landwirtschaft hätten sich heuer vergleichsweise früh gezeigt, stellte Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Hagelversicherung, fest. Er erinnerte daran, dass in den vergangenen Jahren "der erste schwere Hagel nie vor Ende Mai eingetreten ist".

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