Di, 21. November 2017

Eventualkündigungen

11.03.2013 08:18

Rathgeber wurde „zur Sicherheit“ öfter gefeuert

Monika Rathgeber an allen Fronten: Am Montag kämpfte die frühere Referatsleiterin am Arbeitsgericht gegen ihre Entlassung durchs Land. Damit nicht genug: Die Behörde hat der 42-Jährigen noch einige Eventualkündigungen geschickt, sie wurde in der Bauernstiftung abberufen und Mails zeigen, wie sie Landesrat Eisl beriet.

Sie ist wie David Brenner Jahrgang 1971. Beide galten bis vor wenigen Monaten als Jungstars – und beide stürzten durch die Finanz-Affäre brutal ab. Während Brenner als Landes-Vize zurücktreten musste, wurde die einstige Referatsleiterin vom Land fristlos entlassen. Dagegen kämpft die 42-Jährige vor dem Arbeitsgericht – am Montag wurde der Prozess fortgesetzt.

Doch weil das Land nicht sicher ist, ob die Entlassung vor Gericht hält, bekam Monika Rathgeber in den letzten Wochen "zur Sicherheit" noch ein paar Eventualkündigungen dazu, wie Franz Wieser bestätigt, der Sprecher von Personal-Landesrat Sepp Eisl: "Die letzte war wegen 104 falscher Unterschriften auch auf Kreditübertragungen bei den Banken." Den Fall untersucht die Korruptions-Staatsanwaltschaft.

Erst Franken, später "Einstieg in den Yen"
Immer wieder Sepp Eisl: Rathgeber stand seit Jahren mit dem Landesrat in Kontakt. Ab 2006 versorgte sie den Politiker mit Tipps für die Geldanlage. So schickte sie ihm Charts mit Wechselkursen des Schweizer Franken. Und schlug am 14. Mai 2006 vor, Schulden zu einem Drittel "vorerst in Euro zu belassen, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder einen Einstieg in den Yen vornehmen zu können."
Beim übrigen Teil lautete die Empfehlung auf Franken – mit dessen Kursen beschäftigten sich auch Rathgebers letzte Beratungsmails an Sepp Eisl, die sie im September 2011 schickte.

Eisl holte sie auch im Juni 2012 als Geschäftsführerin in die "Rostock’ sche Jungbauernstiftung", wo im Kuratorium neben dem Landesrat selbst auch der SP-Bundesrat Robert Zehentner sowie Finanz-Hofrat Eduard Paulus saßen.

Nach "Geständnis" noch Sitzung vorbereitet
Am 29. November – drei Tage nach ihrem "Geständnis" – lud Rathgeber zur Sitzung der Sozialeinrichtung für 17. Dezember in Eisls Büro, als ob nichts geschehen wäre. "Die Sitzung wurde abgesagt. Nach Auffliegen der Affäre wurde Rathgeber abgesetzt als Geschäftsführerin, ihre Zugriff auf Konten gestoppt, Paulus im Kuratorium abgesetzt", sagt Wieser.

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