Di, 21. November 2017

Nach OP-Tortur

16.09.2012 18:08

Hilfsverein zieht Unterstützung für junge Frau zurück

Bald nach ihrer Geburt versagten beide Nieren - und Tanja Siegl musste ein wahres Operationsmartyrium über sich ergehen lassen. Nach der lebensrettenden Organspende durch ihre Mutter ging es aufwärts. Jetzt fand die tapfere 22-Jährige sogar einen Job - doch der Amtsschimmel macht ihr einen Strich durch die Rechnung.

Tanja steht trotz ihrer erheblichen Beeinträchtigungen auf eigenen Füßen. Die Niederösterreicherin gilt als zu 80 Prozent behindert. Damit fallen viele Jobs für sie weg. Doch dann zeigte sich ein Licht am Ende des Tunnels: "Der Verein 'Null-Handicap' sagte eine Kostenübernahme für einen Arbeitsplatz über die Dauer von drei Jahren zu", erzählt ihre Mutter Roswitha Baumgartner, die wie eine Löwin für ihr Kind kämpft.

"Wir waren dem Traum so nahe"
Plötzlich schienen all die schwierigen und aussichtslos scheinenden Jahre weggewischt. Tanja schrieb sofort unzählige Bewerbungen und fand etwas Passendes. Der Karl-Schubert-Kindergarten in Wien - eine Einrichtung für behinderte Kinder - war nach einem Schnuppertag von Tanjas liebevollem Umgang mit vom Schicksal ähnlich getroffenen Kindern so begeistert, dass man die 22-Jährige mit der Kostenübernahme sofort einstellen wollte.

Doch dann der neuerliche Rückschlag: Der in Niederösterreich ansässige Verein erklärt sich plötzlich nicht mehr für die Förderung zuständig, weil Tanja im niederösterreichischen Berndorf lebt, die Stelle aber in Wien ist. Als Ersatz wurden der zierlichen Frau, sie ist 1,49 Meter groß und wiegt 42 Kilogramm, Jobs als Nachtwächterin oder Staplerfahrerin angeboten. "Wir waren dem Traum so nahe. Jetzt fängt alles wieder von vorne an", hofft Tanja doch noch auf ein Wunder...

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