Do, 14. Dezember 2017

Mit Slash und Co.

27.06.2012 10:01

Ozzy Osbourne verteidigte Ruf als "Madman" in Wien

Witze über Rockstars im Verwesungsstadium sind so alt wie das Genre selbst. Ozzy Osbourne muss sich seit Jahrzehnten damit herumschlagen - und beweist Jahr für Jahr sein Durchhaltevermögen auf der Bühne. Am Dienstagabend verteidigte der 63-Jährige abermals seinen Ruf als "Madman" in der Wiener Stadthalle. Hilfe hatte er sich von "Friends" geholt, die weit mehr als nur Ersatz für die eigentlich geplante, aber gescheiterte Reunion seiner einstigen Band Black Sabbath waren.

Die Euphorie in der Heavy-Metal-Welt war groß, als im vergangenen Jahr die Nachricht vom musikalischen Klassentreffen der Ur-Besetzung Sabbaths die Runde machte. "Neues Album, große Tour", war die Ansage, auch das Wien-Konzert war gebucht - bis Schicksalsschläge den Plan zunichtemachten: Gitarrist Tony Iommy erkrankte an Lymphdrüsenkrebs, Drummer Bill Ward fühlte sich im Vertrag ungerecht behandelt und stieg wieder aus. Künstler und Veranstalter reagierten aber schnell und verwandelten die Reunions-Tour zum nahezu gleichwertigen Leckerbissen: "Ozzy & Friends".

Slash mit Ozzy auf der Bühne
Wobei es sich bei den Freunden um einige der größten Kaliber des Rock-Business handelt: Ozzys eigene Band wurde durch Sabbath-Bassist Geezer Butler ergänzt. Für einige Shows der modifizierten Tour - darunter auch jene in Wien - gewann man Gitarrist Slash, der es einst bei Guns N' Roses zum Legenden-Status schaffte. Weiters an der Gitarrenfront: Ozzys ehemaliger Mitstreiter Zakk Wylde, der - samt Indianer-Federschmuck - mit seiner Black Label Society und gemeinsam nach Alkbottle das Vorprogramm bestritt. Ozzys "Neuer", Gus G., ließ sich nicht anmerken, dass er aus dem krisengebeutelten Griechenland stammt, sondern schien eher der Hölle entstiegen.

Kein lupenreiner Sound - aber wen interessiert's?
Der Video-Vorspann zur Show - der skurrilerweise noch vom großen schwarzen Vorhang getrübt wurde - ließ erahnen, was auf die ausverkaufte Stadthalle hereinbrechen sollte: Von frühen Sabbath-Klassikern über Ozzys Gesamtwerk wurde alles angespielt, was Generationen von Schwermetallern die Haare durch die Luft wirbeln ließ. Als der "Madman" selbst die Bühne betrat, wusste man, warum gerade er das Hohepriesteramt des Genres innehat: Osbourne ist eine Erscheinung, die auch über ihr eigenes gesundheitliches Ablaufdatum besteht. Die Auswirkungen seiner Stimmbandentzündung, derentwegen er ein Konzert in Deutschland absagen musste, waren zwar noch deutlich zu hören, als die ersten Reihen mit Schaum aus dem Schlauch sowie Wasser aus Kübeln versorgt wurden, war lupenreine Intonation aber endgültig was für Warmduscher.

"Paranoid" als denkwürdiger Abschluss
"Bark At The Moon" und weitere Songs aus Ozzys mittlerweile klassischem Solo-Oeuvre sollten den Abend eröffnen, bis Geezer Butler und Slash die Bühne betraten. Mit ihnen folgte eine Werkschau der frühen Sabbath mit dem gewaltigen "Iron Man", "War Pigs" und "N.I.B.". Für weitere Großtaten betrat die muskelbepackte Naturgewalt Zakk Wylde die Bühne, um unter anderem den Ozzy-Klassiker "Crazy Train" in die Menge zu donnern. Und für das gemeinsame Familienfoto wurde schließlich "Paranoid" aus der Kiste gekramt und mit etlichen Dezibel entstaubt. Ein denkwürdiger Abschluss eines Konzerts, das so wahrscheinlich nie wieder in Wien zu hören sein wird.

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