Sa, 16. Dezember 2017

"Überaus brutal"

24.04.2012 15:38

Wiener erstochen: Lebenslange Haft für zwei Slowaken

Zu lebenslanger Haft sind am Dienstag zwei Slowaken am Wiener Straflandesgericht verurteilt worden, die im Juni 2011 einen 33-jährigen Wiener Hindu in der Nähe des Liesingbaches mit zwölf Messerstichen ermordet und beraubt hatten. Richter Roland Weber bezeichnete die Tat als "überaus brutal", Milderungsgründe gab es für die beiden mehrfach vorbestraften Männer nicht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Während der 31-jährige Erstbeschuldigte wortlos auf der Anklagebank saß, holte der 22-Jährige noch einmal weit aus und lieferte Richter Roland Weber eine neue Version des Tathergangs: Die beiden seien am Karlsplatz vom späteren Opfer angesprochen worden, weil dieses Drogen kaufen wollte. Aufgrund unüberbrückbarer Sprachbarrieren sei der Wiener dann mit den Männern mitgegangen und in die U-Bahn eingestiegen.

Angeklagte belasten sich gegenseitig
In dem Waggon habe der 33-Jährige dann dem 22-Jährigen eindeutige sexuelle Avancen gemacht, was Letzterer nur deswegen zugelassen habe, weil er dem Wiener seine Tasche rauben wollte. Unklar blieb dennoch, warum das Opfer den beiden Slowaken bis zu deren Schlafplatz - in einem Park beim Liesingbach - folgte.

Auch dabei gab der jüngere Angeklagte an, er habe lediglich einen Platz gesucht, um dem Wiener unbeobachtet die Tasche entreißen zu können. Wer schlussendlich zugestochen hat, blieb unklar, da sich die Slowaken gegenseitig beschuldigten. Laut Staatsanwaltschaft handelte es sich aber um einen gemeinsamen Tatbeschluss, der auch dann ausreichend sei, wenn nur einer zusticht. Für Richter Roland Weber wurde Mord "ohne vernünftig nachvollziehbares Motiv" begangen. Die Verurteilten erbaten sich Bedenkzeit.

Opfer wies zwölf Messerstiche auf
Die Leiche des als gutmütig und hilfsbereit bekannten 33-Jährigen wies zwölf Stiche im Oberkörper auf, drei davon im Rücken. Diese waren mit solch großer Wucht ausgeführt worden, dass sogar eine Rippe durchtrennt wurde. erwendet wurde ein einschneidiges, spitzes Messer, das unter anderem zwei Mal das Herz traf. Das Opfer wies keinerlei Abwehrspuren auf und ist verblutet. Nach der Tat war der Tote vom Schlafplatz der beiden Slowaken zur Fundstelle geschleift worden, wo er schließlich am nächsten Morgen von einem Fußgänger entdeckt wurde.

Den Slowaken war die Polizei unter anderem durch Indizienbeweise, wie etwa slowakische Zeitungen am Tatort, sowie DNA-Spuren auf die Spur gekommen.

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