Fr, 25. Mai 2018

Reges Interesse

10.03.2012 08:25

Viele ehemalige Zivildiener zieht es zum Bundesheer

Das Bundesheer besitzt für ehemalige Zivildiener eine erstaunliche Anziehungskraft. Seitdem im Jahr 2010 früheren "Zivis" die gesetzliche Möglichkeit gegeben wurde, auch in Berufen anzudocken, bei denen Waffengebrauch erforderlich ist, haben immerhin 71 Personen ihr einschlägiges Interesse im Verteidigungsministerium deponiert. Zum Vergleich: Bei der Polizei sind derzeit 73 Ex-Zivis in Ausbildung.

Früher hinderte das Waffenverbot ehemalige Zivildiener daran, in bestimmten Bereichen des Berufslebens tätig zu werden. Versperrt war etwa der Weg zur Polizei, zur Justizwache und auch der zum Heer.

Seit einer von der damaligen ÖVP-Innenministerin Maria Fekter initiierten Gesetzesnovelle aus dem Jahr 2010 gibt es nun die Möglichkeit, es sich anders zu überlegen und in einem "Waffenberuf" tätig zu werden. Auch Traditions- und Sportvereine dürfen nunmehr Zivildiener aufnehmen, wenn sie das wünschen.

Grundwehrdienst muss für Polizei nachgeholt werden
Während bei der Justizwache keine zusätzliche Ausbildung nach dem Zivildienst verlangt wird, sollten potenzielle Exekutiv-Beamte einen einmonatigen Schnellsiede-Grundwehrdienst beim Heer absolvieren. Freilich fehlt dazu noch ein Abkommen zwischen Verteidigungs- und Innenressort, das aber vor dem Abschluss steht.

Bei Bundesheer wiederum müssen die ehemaligen Zivildiener den ganzen Präsenzdienst ableisten, sie dienen also dem Staat quasi doppelt. 71 Personen hielt dies aber nicht davon ab, beim Heer einmal ihr Interesse zu deponieren.

Nur zehn Ex-Zivis schafften es zum Heer
Durch das Auswahlverfahren kamen beim Heer allerdings nicht allzu viele. 34 davon bewarben sich letztlich tatsächlich, allerdings schafften es nur 14 zur Eignungsprüfung, zehn von ihnen wurden schließlich zum Ausbildungsdienst einberufen. Scheitern kann so ein Antrag etwa, wenn die Person Vorstrafen hat oder nicht die ausreichenden körperlichen Voraussetzungen aufweist.

Die Hälfte der zehn Personen, die den Eignungstest positiv absolvierten, hat den Ausbildungsdienst allerdings vorzeitig beendet. Heuer folgt nun der nächste Anlauf, 34 Interessenten meldeten sich bisher, vier davon können sich sofort der Eignungsprüfung stellen.

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