Fr, 25. Mai 2018

Positive Effekte

12.12.2011 11:33

Auswirkungen von Koop-Spielen im Forschungsfokus

Wie, inwieweit und wie lange wirkt sich kooperatives Spielverhalten positiv auf die Persönlichkeit aus? Diesen Fragen wollen heimische Sozialpsychologen in drei Studien erstmals näher nachgehen und die positiven Effekte von Computerspielen auf Gedanken, Gefühle und Verhalten untersuchen.

Gewalthaltige Videospiele fördern aggressives Verhalten. Dies gilt nach derzeitigem Kenntnisstand als gesichert. Anders sieht die Forschungslage bei kooperativen Spielen aus, also bei Spielen, die man gemeinsam mit anderen (menschlichen) Spielpartnern spielt und bei denen man ein gemeinsames Ziel verfolgt. Dabei hängt der Spielerfolg eins Spielers vom Spielerfolg eines anderen ab und umgekehrt. Können sich diese Spiele positiv auf Gedanken- und Gefühlswelt sowie auf kooperatives Verhalten auswirken? In einem Projekt des Wissenschaftsfonds FWF nähert sich ein Team von Sozialpsychologen nun genau dieser Klärung.

"Schon in zwei vorausgegangenen Pilotstudien haben wir positive Effekte des gemeinsamen Computerspielens bemerkt. Doch um diese Ergebnisse zu verifizieren, werden umfangreichere und längere Studien benötigt. Genau diese können wir nun durchführen", erläutert Projektleiter Professor Tobias Greitemeyer vom Institut für Psychologie an der Universität Innsbruck. Das jetzt beginnende Projekt gliedert sich dabei in drei klar abgegrenzte Studien, die unterschiedliche Fragestellungen beantworten sollen.

Dreiteilige Studie
Eine erste Korrelationsstudie soll demnach "die Stärke und Art der Auswirkung von kooperativem Videospiel auf die Zugänglichkeit prosozialer Kognitionen" untersuchen und Aufschlüsse über die Persönlichkeitsorientierung von Spielern geben. So sollen kooperativ agierende Spieler von wettbewerbsorientierten und individualistisch orientierten unterschieden werden können, um wichtige Bezugspunkte zwischen Spielverhalten und emotionalen Einstellungen aufzuzeigen.

Parallel dazu soll sich eine Längsschnittstudie mit dem Grad positiver Effekte nach dem Konsum kooperativer Videospiele auch über Monate hinweg beschäftigen. Dabei sollen sowohl Denk- und Gefühlsweisen als auch Verhaltensmuster untersucht werden.

Die dritte Studie des Projekts ist experimentell angelegt und befasst sich mit direkt messbaren kausalen Zusammenhängen zwischen Spielverhalten und positiven Effekten. In zwei Versuchsanordnungen verfolgen die Teilnehmer dabei zu zweit entweder ein gemeinsames Ziel oder spielen allein. Anschließend werden die Zugänglichkeit prosozialer Gedanken und die Empathie der Teilnehmer gemessen. Die Ergebnisse sollen darüber Aufschluss geben, ob prosoziale Gedanken, Gefühle wie Empathie oder beides die Ursprünge gemeinschaftsorientierten Verhaltens sind.

Neue Daten zu einem "hochaktuellen Phänomen"
Für die Studie sollen über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten insgesamt jeweils zwischen 300 und 2.700 Schulkinder, Studenten und Erwachsene befragt werden. Die Forscher erhoffen sich, damit "erstmals gut verifizierte Daten zu einem wenig erforschten, aber hochaktuellen Phänomen" zu bekommen.

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