So, 17. Dezember 2017

Dach geschmolzen

12.09.2011 11:42

Zuckerfabrik in Brand: Abgestürzter Rechner Ursache

Meterhohe Flammenwände, eine gigantische Rauchsäule, 204 Feuerwehrmänner im stundenlangen Stress-Einsatz – ein wahres Feuerinferno hat Leopoldsdorf im Marchfeld in Niederösterreich am Sonntag in Atem gehalten. Die Halle einer Zuckerfabrik der Firma Agrana stand in Flammen, das Feuer erreichte dabei so hohe Temperaturen, dass sogar das Blechdach wegschmolz wie Zuckerguss. Ursache des Brandes dürfte der Absturz eines Computers gewesen sein. Montag früh waren die Löscharbeiten schließlich beendet.

Wie die Sicherheitsdirektion am Sonntagabend mitteilte, sei durch den Absturz des Rechners das Steuerungssystem der Rübenschnitzelanlage ausgefallen. Dadurch sei die Mechanik der Trocknungsanlage zum Stillstand gekommen. Durch die Eigenwärme dürfte sich die restliche in den Trocknungstrommeln verbliebene Rübenmelasse selbst entzündet und in weiterer Folge zum Brand geführt haben.

Zum Zeitpunkt der Brandentstehung waren den Erhebungen zufolge drei Trocknungstrommeln in Betrieb. Diese erreichen im Inneren eine Temperatur von etwa 1.000 Grad Celsius. Die Trocknungshalle und die umliegenden Hallen wurden zum Teil total beschädigt, so die Sicherheitsdirektion. Das Feuer habe nach Schätzungen der Agrana Schäden in der Höhe von zwei Millionen Euro angerichtet. Durch das Feuer dürfte es aber zu keinem Totalausfall bei der Verarbeitung der Ernte kommen.

"Bombardement" mit Wasserfontänen
Verletzt wurde bei dem Brand niemand. In allerletzter Sekunde konnten sich die Mitarbeiter aus dem verrauchten Gebäude retten – kurz darauf war es fast komplett im Flammenmeer versunken.

"Der Brand ist gegen zwölf Uhr ausgebrochen", schilderte Feuerwehrsprecher Franz Resperger, "204 Einsatzkräfte von 17 Feuerwehren waren im Einsatz." Und der fiel extrem stressig aus: Mit Wasserfontänen "bombardierten" die Helfer das Inferno sowohl von außen als auch unter Atemschutz von innen. Nur so konnten sie die Flammen nach etwa drei Stunden unter Kontrolle bringen.

Bis Montag früh waren noch fünf Feuerwehren zur Brandwache eingesetzt. Die Nachlöscharbeiten wurden um 5 Uhr beendet, eine Stunde später zogen auch die Einsatzkräfte ab.

Produktion soll am Dienstag wieder aufgenommen werden
Der durch das Feuer unterbrochene Verarbeitungsprozess soll allerspätestens am Dienstag wieder aufgenommen werden, hieß es von der Agrana. Die betroffene Trocknungstrommel dürfte in etwa drei Wochen wieder zur Verfügung stehen. Die Rübenschnitzel sind ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion und werden als Futtermittel verkauft.

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