Do, 24. Mai 2018

Droht neue Krise?

03.09.2011 12:20

Weltbank-Chef: "Gefahrenzone" für globale Wirtschaft

Die globale Wirtschaft rutscht nach den Befürchtungen von Weltbankpräsident Robert Zoellick "in diesem Herbst in eine neue Gefahrenzone". Auf einer Konferenz am Samstag in Peking warnte Zoellick gleichzeitig davor, dass hohe Nahrungsmittelpreise und die Unbeständigkeit auf den Rohstoffmärkten die Ärmsten der Welt bedrohten.

"Die Finanzkrise in Europa ist eine Staatsschuldenkrise geworden, die ernste Auswirkungen auf die Währungsunion, Banken und die Wettbewerbsfähigkeit einiger Staaten hat", sagte Zoellick in einer Rede bei dem Wirtschaftstreffen im chinesischen Staatsgästehaus Diaoyutai. "Mein Land, die Vereinigten Staaten, muss die Probleme mit seinen Schulden, den Ausgaben, der Steuerreform zur Förderung des Privatsektors und einer festgefahrenen Handelspolitik anpacken."

In einer globalen Wirtschaft hätten die Entscheidungen, die in Europa, den USA und auch in China getroffen werden, Auswirkungen auf alle. Politiker müssten nicht nur kurzfristig denken, sondern auch Entscheidungen über die mittel- und langfristigen Motoren für Wachstum und Innovation treffen, sagte Zoellick auf der Konferenz, die sich um die künftigen Herausforderungen für China drehte. Als zweitgrößte Wirtschaftsnation sei China zwar ein Motor für weltweites Wachstum, müsse aber große Herausforderung bewältigen, um auch in den nächsten zwei Jahrzehnten noch schnell zu wachsen, so Zoellick.

China soll mehr auf Eigenkonsum setzen
China rief Zoellick auf, bei seinem Wirtschaftswachstum weniger auf Investitionen aus dem Ausland und Exporte und mehr auf den Konsum der eigenen Bevölkerung zu setzen. Die Weltbank habe China im Juli in die Gruppe der Volkswirtschaften mit überdurchschnittlichem Einkommen eingestuft.

Als Wirtschaft mit derzeit Einkommen im oberen Mittelfeld sei China in einer guten Ausgangslage, in den nächsten 15 bis 20 Jahren zu den Ländern mit hohen Einkommen aufzuschließen, sagte Zoellick. China könne sich in Zukunft aber nicht mehr auf das alte, durch Export und Investitionen getriebene Wachstumsmodell stützen. Wenn ein Land einen mittleren Einkommensstatus erreicht habe, müsse es seine Entwicklungsstrategie ändern. Sonst drohe ihm Konkurrenz sowohl durch Billiglohnländer als auch durch fortschrittlichere Staaten.

Plan in kronkretes Handeln umsetzen
Der seit diesem Jahr geltende neue Fünfjahresplan für China konzentriere sich schon auf strukturelle Reformen, um Innovation und wirtschaftliche Effizienz zu fördern, sowie einen Ausbau der heimischen Nachfrage und eine Verringerung der Einkommenskluft. China müsse den Plan jetzt auch in konkretes Handeln umsetzen, sagte der Weltbankpräsident. Die neuen Herausforderungen erfolgten in einem internationalen Umfeld mit einer Verlangsamung des Wachstums und einer Schwächung des Vertrauens in die Weltkonjunktur.

Bei seinem fünften China-Besuch seit seinem Amtsantritt 2007 traf Zoellick am Freitag mit Vizeministerpräsident Li Keqiang zusammen, der in Folge des 2012 geplanten Generationswechsels voraussichtlich neuer Ministerpräsident werden soll. Der Weltbankpräsident sprach auch mit dem für Wirtschaft zuständigen Vizepremier Wang Qishan über die globalen Finanzprobleme und das geplante Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) im November in Cannes.

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