Di, 22. Mai 2018

"Die Rosen weinen"

05.08.2011 17:57

32 weitere Breivik-Opfer am Freitag beigesetzt

Zwei Wochen nach den Anschlägen in Norwegen sind am Freitag 32 der insgesamt 77 Todesopfer beigesetzt worden. Knapp die Hälfte von ihnen war unter 18 Jahre alt, wie aus der Beerdigungsliste hervorging. Auch Ministerpräsident Jens Stoltenberg wohnte einer der Beisetzungen bei (Bild).

Stoltenberg besuchte die Beerdigung der 45-jährigen Monica Elisabeth Bösei, die in den vergangenen 20 Jahren das Jugendcamp der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya organisiert hatte und "Mutter Utöya" genannt wurde. Auf der Insel hatte der Attentäter Anders Behring Breivik unter den überwiegend jugendlichen Teilnehmern am 22. Juli ein Massaker angerichtet. "Monika ist tot, und die Rosen weinen", sagte Stoltenberg, der den Tränen nahe war, bevor er den Kopf vor dem mit Rosen bedeckten Sarg neigte.

Am Vortag hatte die ehemalige Regierungschefin und Ikone der norwegischen Arbeiterpartei, Gro Harlem Brundtland, an der Beerdigung der 16-jährigen Marianne Sandvik teilgenommen, die erschossen worden war, als sie versuchte, an Land zu schwimmen. "Ich kann nicht aufhören, ihre jungen Gesichter vor mir zu sehen", sagte Brundtland unter Tränen über die Anschlagsopfer. Die Politikerin hatte nur wenige Stunden vor dem Massaker eine Rede vor den Jugendlichen auf Utöya gehalten.

Unterdessen brach der norwegische Blogger Fjordman, den Behring Breivik als seinen Mentor bezeichnet hatte, am Freitag sein Schweigen. Behring Breivik habe ihm 2009 und 2010 E-Mails geschickt und ihn sogar um ein Treffen gebeten, sagte der Blogger, der in Wirklichkeit Peder Jensen heißt, der Zeitung "Verdens Gang". Er habe dies allerdings abgelehnt. "Nicht weil er von Gewalt sprach, sondern weil ich den Eindruck hatte, dass er so langweilig wie ein Staubsaugerverkäufer war", fügte der Blogger hinzu, der im Internet gegen die vermeintliche "Islamisierung Europas" gehetzt hatte.

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