Mi, 13. Dezember 2017

Böse Überraschung

30.06.2011 19:25

120 Schusswaffen nach Großbrand in Salzburg entdeckt

Es ist ein wahrlich schwarzer Donnerstag für eine Familie in Thalgau im Salzburger Flachgau gewesen – erst wurde ihr Bauernhof am Vormittag durch einen Großbrand völlig vernichtet, nun hat man auch noch Probleme wegen der (zu) umfangreichen Waffensammlung des Altbauern. Polizisten stellten nach dem Brand nämlich rund 80 Langwaffen und 40 Faustfeuerwaffen sicher, diese stammen vermutlich aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. "Fest steht, so viele Waffen durfte der Mann nicht besitzen", sagte ein Ermittler.

Die Kriegsrelikte werden noch von Spezialisten der Polizei und des Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung überprüft. Nach Abschluss der Erhebungen werde der Altbauer, der als Waffensammler bekannt gewesen sein soll und eine gültige Waffenbesitzkarte innehatte, voraussichtlich nach dem Waffen- und Kriegsmaterialgesetz angezeigt, hieß es.

Fataler Brand kurz vor 9 Uhr ausgebrochen
Dabei hätte die Waffensammlung vermutlich noch lange im Verborgenen geschlummert, wäre am Vormittag nicht ein verheerendes Feuer auf dem Bauernhof ausgebrochen. Um 8.58 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, als die Florianis am Einsatzort eintrafen, standen Wohnhaus und Stall des "Schmeissngutes" bereits in Vollbrand. "Die Tiere waren noch im Stall. Der Hausbesitzer hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass sich in einem Raum Munition befindet. Wir mussten deshalb beim Löschen große Abstände einhalten", sagte Ortsfeuerwehrkommandant Robert Greisberger.

Schwieriger Einsatz für Feuerwehrkräfte
Die Florianis waren bemüht, ein Übergreifen der Flammen auf genau dieses Zimmer zu verhindern. Dieser Raum sei auch der einzige, der gut erhalten geblieben sei, erklärte der Ortsfeuerwehrkommandant. Laut Exekutive konnten die Einsatzkräfte über einen längeren Zeitraum nicht in den Stall hinein. Etliche Gegenstände und auch Müll seien im Weg gestanden, eine Stromleitung habe den Löscheinsatz ebenfalls behindert, sie musste daher abgeschaltet werden. Die Bewohner des Bauernhofes erlitten einen Schock und mussten von einem Kriseninterventionsteam betreut werden.

Der Bürgermeister von Thalgau, Martin Greisberger, kümmerte sich persönlich um eine Notunterkunft für die unterstandslose Familie. Der Brandsachverständige Walter Kittl und Brandermittler der Polizei forschen nun nach der Brandursache. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", erklärte ein Polizist.

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