So, 19. November 2017

Für die Bebenopfer

23.03.2011 16:38

Musikstudenten aus Japan veranstalten Benefizkonzerte

"Es hilft uns, dass wir musizieren können" – das sagt die 24-jährige Yukari Aotani aus Japan, die seit acht Jahren an der Universität Mozarteum Violine studiert und nun zugunsten der japanischen Katastrophenopfer ein großes Benefizkonzert am 19. Mai organisiert. Das tut sie, "weil ich sofort gefühlt habe: Ich muss etwas tun!" Aotani ist dabei nur eine von beinahe 200 japanischen Studenten an den heimischen Musik-Unis. Viele sind von der Katastrophe familiär betroffen und nutzen die Musik, um den Opfern zu gedenken.

Laut den jüngsten Zahlen des Wissenschaftsministeriums besuchen insgesamt 352 japanische Studenten die 21 österreichischen Unis, mehr als die Hälfte davon sind am Mozarteum in Salzburg und den Universitäten für Musik und darstellende Kunst in Graz und Wien inskribiert. An allen drei Einrichtungen planen Studenten derzeit Benefizkonzerte oder Spendenaktionen. Konkrete Pläne gibt es am Mozarteum, hier wollen Studenten gleich drei Konzerte organisieren. Bereits am Sonntag (27. März) findet ein Klavierabend im Kleinen Studio der Universität statt, am 20. Mai wird das Requiem von Mozart gemeinsam mit dem Mozarteumorchester und der Salzburger Dommusik aufgeführt. Die Initiative geht dabei zu großen Teilen von den Studenten aus, auch für Yukari Aotanis geplantes Konzert am 19. Mai im Solitär, dem Kammermusiksaal des Mozarteums.

"Wir alle leiden wegen dieser Katastrophe"
Aotanis Motivation: Das Gefühl, untätig zuzusehen. "Wir alle leiden wegen dieser Katastrophe und denken, dass wir nichts tun können, außer mitanzusehen, was da Schlimmes passiert", so die Musikerin. Sowohl ihre Familie, die in Tokio lebt, als auch die Verwandten ihrer japanischen Mitstudenten seien allesamt wohlauf. "Aber trotz allem tut es uns im Herzen weh, und es hilft uns, musizieren zu können." Auch wenn das von Anfang an nicht einfach war: "Ich habe viel geweint, als ich von der Katastrophe erfahren habe. Da hat Geige-Üben nicht gepasst. Aber meine Professoren haben das verstanden."

Yukari Aotani fühlt sich durch die Unterstützung von Musikern, Professoren und Mitstudenten für ihr Konzert in Salzburg angespornt. "Alle haben spontan zugesagt. Dieses 'Ja' zu hören, war sehr ermutigend für mich." Ein konkretes Programm gibt es noch nicht. Zuvor fliegt Yukari Aotani für schon länger geplante Auftritte nach Japan. "Eines der fünf Konzerte musste abgesagt werden, weil es im Umkreis eines der Atomkraftwerke liegt", so die Violinistin. Angst, ins Ungewisse zu fahren, habe sie schon, "weil niemand weiß, was genau los ist".

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden