Do, 14. Dezember 2017

So war die Show

28.02.2011 06:19

Franco als Marilyn-Monroe-Verschnitt auf der Oscarbühne

Die Oscars sind vorrüber. Die goldenen Statuetten gingen ausschließlich an die großen Favoriten - so lag es an dem jungen Moderatorenduo James Franco und Anne Hathaway, die Gala abwechslungsreich zu gestalten. Und das ist ihnen wirklich gelungen.

Die beiden Schauspieler brillierten mit komödiantischen Momenten statt Gesangs- und Tanzeinlagen. Lediglich einmal kam Hathaway auf die Bühne, um ein Duett anzukündigen - woraufhin sie alleine "On My Own" zum Besten gab, weil "ein gewisser Australier", den sie durch Fingerzeigen auf Hugh Jackman im Publikum entlarvte, nicht aufgetaucht war.

Franco als Marilyn-Monroe-Verschnitt
Eingeleitet wurde der Abend mit einem amüsanten Kurzfilm, in dem Franco und Hathaway in Szenen der nominierten Filme hineingeschnitten wurden und ihr Unwesen in den Kulissen von "True Grit", "Inception" oder "The King's Speech" trieben. Nachdem Hathaway in "Black Swan" als "Brown Duck" gegen Ballerina Natalie Portman auftrat, kam Franco später in pinkfarbener Robe und mit blonder Perücke als Marilyn-Monroe-Verschnitt auf die Bühne.

Abseits optischer Verirrungen wie dieser präsentierte sich die Oscar-Bühne in neuem Glanz: Wie versprochen verwandelte sich das Setting in eine virtuelle Kulisse, in der im Laufe des Abends an Filmklassiker wie "Vom Winde verweht" oder die Stummfilmära erinnert wurde. Auch Filmlieder erhielten besondere Aufmerksamkeit: Hier meldete sich US-Präsident Barack Obama in einem Videoclip zu Wort, in dem er "As Time Goes By" aus "Casablanca" (1942) als seinen Lieblingsfilmsong nannte. Ausgefallene Videos standen gleich mehrmals im Mittelpunkt. So wurden aus einem Zusammenschnitt von Dialogen aus "Toy Story 3", "The Social Network", "Harry Potter 7" und "Twilight: Biss zum Abendrot" Musicalszenen.

Neben dem amerikanischen Präsidenten sorgten zahlreiche weitere prominente Laudatoren für Lacher - oder zumindest Glamour. Neben Tom Hanks und einem singenden Kevin Spacey fungierten auch Oprah Winfrey, Reese Witherspoon und Nicole Kidman als Laudatoren. Javier Bardem und Josh Brolin boten ein komisches Bild, als sie in identisch weißen Smokings auf die Bühne kamen, während Robert Downey Jr. und Jude Law, Schauspielkollegen aus "Sherlock Holmes", die Stimmung mit einem rasanten Dialog auflockerten. Helen Mirren hielt ihre Laudatio sogar auf Französisch. Als ihr Co-Laudator Russell Brand sie falsch übersetzte ("Sie hat gerade gesagt: 'Meine Darstellung als Queen war viel realistischer als die von Colin Firth als König'."), reagierte sie mit einem "Tu es un idiot" ("Du bist ein Idiot").

Standing Ovations für Billy Crystal
Nich idiotisch, sondern nostalgisch gestaltete sich der Auftritt des ehemaligen Oscar-Moderators Billy Crystal, der vom Publikum des Kodak Theatres Standing Ovations erhielt. Der Komiker und Schauspieler erinnerte an Bob Hope, der beeindruckende 18 Mal die Filmgala moderiert hatte. "Bob war die Oscars - er war lustig, er war elegant, und er war, was ein Oscar-Moderator sein muss: ein sexy Filmstar", wie Crystal mit aufgeplusterter Brust erzählte, woraufhin Hope in einem Hologramm auf der Bühne erschien.

Wie bei jeder Oscar-Verleihung sorgten auch heuer einzelne Filmstars für berührende Momente. Der schwer vom Alter gezeichnete, langsam sprechende Kirk Douglas überreichte Melissa Leo die Statuette für die beste Nebendarstellerin - und zögerte die Verkündung ungewöhnlich lange heraus, was zu Lachern im Publikum führte. "Ich erinnere mich noch genau an diese Momente", scherzte der 94-Jährige, der seinen Auftritt sichtlich genoss. "Drei Mal, und jedes Mal habe ich verloren."

Auch der Oscar für das beste Original-Drehbuch an "The King's Speech"-Autor David Seidler führte zu einem bewegenden Auftritt. Der 73-Jährige war als Kind selbst Stotterer und hielt sein Drehbuch über seinen Helden, den stotternden König George VI., 30 Jahre lang zurück, da dessen Frau, die "Queen Mum", den Film nicht zu ihren Lebzeiten gestattet hatte. Auf der Bühne gab sich Seidler eloquent und witzig. "Mein Vater hat immer zu mir gesagt, ich sei ein Spätzünder", so der Brite. "Ich glaube, ich bin der Älteste, der jemals diesen spezifischen Award bekommt. Ich hoffe, dieser Rekord wird bald und oft gebrochen."

Ein neues Element stand am Ende der Verleihung auf dem Programm: Den Abschluss beging ein Schulchor, der "Somewhere Over The Rainbow" sang und alle Oscar-Sieger des Abends auf der Bühne vereinte.

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