Mo, 20. November 2017

Coup in Tulln

08.02.2011 17:21

Versicherung zahlt nach Trickdiebstahl bei Juwelier nicht

Eine dreiköpfige Trickdiebsbande, die einem Juwelier aus Tulln einen wertvollen Armreif gestohlen hatte, ist zwar gefasst (siehe Infobox) - wer jetzt glaubt, das Opfer erfahre nun auch Gerechtigkeit, der irrt: Die Beute ist unauffindbar, und die Versicherung weigert sich zu zahlen – wegen einer unverständlichen Regelung.

So sehr es Juwelier Markus Urban auch freut, dass die drei Kriminellen hinter Schloss und Riegel sitzen: Der Ärger nach dem Coup im Februar 2010 geht weiter. Denn obwohl der Firmenchef 36.000 Euro im Jahr an die Versicherung zahlt, bleibt er auf dem Schaden jetzt sitzen.

Der gestohlene Brillanten-Armreif im Wert von 24.000 Euro wird nicht ersetzt, weil für das Delikt „Trickdiebstahl“ niemand haften will. „Wären meine Mitarbeiter bedroht oder gar verletzt worden oder hätte ein Einbrecher eine Scheibe eingetreten, bekäme ich das Geld retour“, ärgert sich der 32-Jährige über die unsinnige Regelung.

Er fordert eine Änderung der Bestimmungen. Denn auch die Chance, dass es von den Tätern Wiedergutmachung gibt, steht wohl bei Null. Die Beute ist nicht mehr auffindbar, und wie meist in diesen Fällen geben Ost-Kriminelle vor Gericht an, über kein Geld zu verfügen. Damit können sie (offiziell) auch nichts an ihre Opfer zahlen.

Währenddessen prüft das Bundeskriminalamt gerade akribisch, ob weitere ähnlich gelagerte Coups in Europa auf das Konto des kriminellen Trios gehen.

von Gernot Buchegger, Kronen Zeitung

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