Mo, 20. November 2017

Kein Geld für Heizung

31.12.2010 08:50

Rauchfangkehrer spenden frierender Frau neuen Ofen

Das Schicksal einer Pensionistin (77) in Hallein-Rif, die sich keine Heizung leisten konnte und deswegen im Wintermantel in ihrer Wohnung saß, bewegte drei Rauchfangkehrer zu einer besonderen Spendenaktion. Sie schenkten der Frau einen Dänischen Kaminofen und bauten ihn ihr natürlich auch noch kostenlos ein.

"Ich war Anfang Dezember, als es draußen so richtig kalt wurde, bei der Frau zum Kehren. Sie hatte sich in einen Mantel eingehüllt und fror trotzdem noch. Ich fragte sie, warum es in ihrer Wohnung so kühl sei. Und sie erklärte mir ganz beschämt, dass sie sich das Geld für ihre einzige Heizung, einen mit Strom betriebenen Radiator, einfach nicht leisten kann", schilderte Rauchfangkehrermeister Horst Feichtner aus Salzburg.

"Jetzt muss sie nie wieder frieren"
"Die Sache ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Deswegen beschloss ich mit meinen Mitarbeitern, dass wir ihr helfen", so Feichtner. Er selbst spendete einen Dänischen Kaminofen, den er erst vor Kurzem einem Kunden abgekauft hatte. Die Rauchfangkehrer Oliver Brunner und Stefan Haunsberger stellten ihre Arbeitskraft zur Verfügung. Sie bauten den Ofen bereits am 5. Dezember ein.

"Die Frau hatte Freudentränen in den Augen. Wir sind froh, dass wir helfen konnten. Jetzt muss sie nie wieder frieren", freute sich Feichtner. Als besonderes Zuckerl gab es noch einen Gutschein: Die Pensionistin muss keine Kaminkehr-Gebühr mehr bezahlen.

"Man darf nicht einfach die Augen zumachen"
"Nachdem wir regelmäßig in die Häuser kommen, merken wir, wenn es jemandem schlecht geht. Es gibt mehr Leute, als man denkt, die uns fragen, ob sie später bezahlen können, weil sie kein Geld haben. Dabei geht es beim Kehren um 15 bis 20 Euro", erzählt Horst Feichtner. Die Rauchfangkehrer seien deswegen eine besonders spendenfreudige Berufsgruppe.

"Man darf nicht einfach die Augen zumachen und sich wegdrehen. Jeder sollte versuchen, Not leidenden Menschen zu helfen", so Feichtner nachdenklich. "Es geht uns nicht nur ums Geldspenden. Man sollte sich auch selbst für etwas einsetzen. Das haben wir getan."

von Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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