Do, 23. November 2017

Weihe im Frühjahr ‘11

14.12.2010 17:33

Kirchenneubau im Kern von Hainburg wächst zum Himmel

Inmitten des historischen Stadtkerns von Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) wächst eine avantgardistische kleine Kirche, deren Modell bereits unter die 50 bedeutendsten Bauten der Welt gereiht und derzeit in Tokio ausgestellt wird. Das spektakuläre Stahldach wird am Mittwoch mit einem Kran auf den Rohbau gesetzt. Für die Planung zeichnet Architekt Wolfgang D. Prix verantwortlich.

Die drei Öffnungen im Dach symbolisieren die Dreifaltigkeit, wurde anlässlich der Dachgleiche erläutert. Die neue Martin-Luther-Kirche wird auf den Grundfesten der im 17. Jahrhundert zerstörten katholischen Martinskirche gebaut. Bereits in der Reformationszeit war darin evangelisch gepredigt worden. Sie soll für die 500 evangelischen Christen im Hainburger Einzugsbereich den bisherigen Gottesdienstraum in einer alten Villa ersetzen. "Der Kirchenneubau hilft, die Gemeinde zu sammeln und aufzubauen", sagte der niederösterreichische Superintendent Paul Weiland.

Erinnerung an das Toleranzedikt von Nikomedia
Die im Frühjahr 2011 bevorstehende Weihe der neuen Kirche soll ausdrücklich an das Toleranzedikt von Nikomedia (heute: Izmit) vor 1.700 Jahren erinnern: Am 30. April 311 gewährte Kaiser Galerius den Christen erstmals in der Geschichte Freiheit, "vorausgesetzt, dass sie nicht gegen die Zucht handeln". In früheren Regierungsjahren war Galerius selbst - wie sein Vorgänger Diokletian - für strenge Christenverfolgungen verantwortlich gewesen, 308 nahm er an der Kaiserkonferenz in Carnuntum - nahe Hainburg - teil.

Das Toleranzedikt von Nikomedia werde für das Christentum wesentlich wichtiger eingeschätzt als die Vereinbarung von Mailand zwischen den Kaisern Konstantin und Licinius im Jahr 313, die die Bestimmungen auf beide Reichshälften ausweitete. Offizielle Staatsreligion des Römischen Reichs wurde das Christentum erst im Jahre 380 unter Kaiser Theodosius.

Kirche soll Wahrzeichen der Toleranz werden
Im Hinblick auf das Edikt plane Piero Bordin, Intendant von "Art Carnuntum", das kommende Jahr in Carnuntum mit internationalen Feierlichkeiten als "Jahr der Toleranz" zu begehen. In diesem Zusammenhang wünscht sich auch Weiland, dass die neue Martin-Luther-Kirche in Hainburg ein Wahrzeichen der Toleranz werde.

Für Prix ist der Kirchenbau der erste Planungsauftrag in seiner Heimatstadt Hainburg. Sein Architekturbüro zeichnete u.a. für den Umbau der Gasometer in Wien verantwortlich und plant derzeit auch den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. Dass für den Kirchenbau in Hainburg nur 300 Quadratmeter, umringt von historischen Gebäuden, zur Verfügung stehen, sei eine Herausforderung für den an Großprojekte gewöhnten Architekten.

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