Sa, 18. November 2017

Nebenbahnen

02.12.2010 15:25

Nun ist es fix: Von 28 Strecken bleiben nur zwei bestehen

Die von Anfang an als "rein formal-juristisch" bezeichnete Interessentensuche für die Nebenbahnen ist nun endgültig abgeschlossen - und zwar ohne Erfolg für die vier Bieter. Abgelehnt wurden nicht nur - wie bereits Ende Oktober bekannt gegeben - die beiden Angebote für die Thayatalbahn und alle ausgeschriebenen Strecken, sondern auch jene zwei für die Ybbstalbahn, teilte Gerhard Stindl, Geschäftsführer der Niederösterreichischen Verkehrsorganisations GmbH (NÖVOG) am Donnerstag mit.

"Die Angebote waren nicht ausreichend", so Stindl in Bezug auf die Ybbstalbahn. Auch bei den anderen beiden Offerten hatten nach Angaben der NÖVOG verbindliche Konzepte und Preisvorstellungen gefehlt. Die Strecken werden daher stillgelegt. Die 28 Nebenbahnen gehen nun wie im Jänner mit den ÖBB vereinbart mit 12. Dezember an das Land über.

Der Regelbetrieb bleibt lediglich auf der Mariazellerbahn und auf dem kurzen Stück der Waidhofener Stadtbahn, die nun in "Citybahn" umbenannt wird, bestehen. Für die übrigen Strecken seien Interessenten aber "herzlich eingeladen", mit dem Land bzw. der NÖVOG über eine Nachnutzung - etwa Draisinenstrecken, Radwege oder Museumsbahnen - zu verhandeln, erklärte der NÖVOG-Geschäftsführer. Auf der Trasse der Ybbstalbahn solle nach "einstimmigem Beschluss" in der Region ein Radweg entstehen.

Die SPNÖ zog zur Übernahme der Bahnen eine vernichtende Bilanz: "Groß gefeiert, viel versprochen - wenig geblieben", meinte Landesvize Sepp Leitner am Donnerstag. Mit der Übernahme habe man die "Rettung" der Nebenbahnen gefeiert und bei Pendlern große Hoffnungen geweckt. Danach habe sich aber herausgestellt, dass das Land weder Interesse am Erhalt der Strecken noch der Trassen an sich habe. Dies sei aber notwendig, um die Möglichkeit zu erhalten, später wieder einen Regelbetrieb aufzunehmen. Man wolle daher weiter darum kämpfen, dass der Betrieb auf bestimmten Strecken weitergeführt werde, versprach Leitner.

Die Sozialdemokraten hätten jahrelang untätig zugesehen, als die ÖBB die Nebenbahnen heruntergewirtschaftet hätten, und es in zwölf Monaten nicht geschafft, ein zukunftsträchtiges Konzept auf den Tisch zu legen, reagierte VP-Verkehrssprecher Karl Wilfing auf die Aussagen Leitners. Nur die Fortführung von Nebenbahnen zu fordern sei "ungeheuerlich". Das würde keine Verbesserungen im öffentlichen Verkehr bringen und allein auf den Strecken Donauuferbahn, Thayatalbahn und Ybbstalbahn den Steuerzahler pro Fahrgast pro Jahr rund 140.000 Euro kosten.

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