Di, 12. Dezember 2017

Sorge in Salzburg

26.11.2010 18:50

Mehr und mehr Frühchen bei viel zu wenig Pflegekräften

Die Zahl der "Frühchen" steigt und steigt. Auch im Landesklinikum ist die nagelneue Station schon nach wenigen Monaten ausgebucht. Sechs Betten kommen nun dazu. Primar Josef Rücker und sein Team setzen auf modernste Philosophie: Die Eltern kümmern sich selbst um die Winzlinge. Eine große Sorge gibt's aber: Es fehlen die Pflegekräfte.

Marie und Anja kamen im Doppelpack: Viel zu früh, in der 34. Woche. Aber sie entwickeln sich prächtig. "Alle sind so lieb hier, wir fühlen uns einfach wohl", lobt Mama Astrid Gimpl (Bild li.) das Team. Vom ersten Moment an durfte sie die beiden Winzlinge direkt auf der Haut spüren und Beziehung aufbauen. "Kangarooing" nennen das die Experten, weil die Beuteltiere ihre Kleinen auch am Körper tragen. Das regt auch die Bildung von Gehirnverbindungen in frühen Lebensphasen an.

Bedingungen wie im Mutterleib als Ziel
Früher konnten Eltern nur hilflos zusehen, wie die Babys angeschlossen an der Technik um ihr zartes Leben kämpfen. Jetzt werden sie aktiv einbezogen: "Wir geben die Kompetenz direkt an die Eltern weiter", verrät das Team. Es gibt 21 Betten, sechs sollen dazukommen. Das hohe Ziel auf der Station: Bedingungen möglichst wie im Mutterleib, dunkel, warm und ruhig.

Immer mehr Risikogeburten
Vor allem für die Kleinsten, die nicht einmal 500 Gramm auf die Waage bringen. Die Zahl der kleinsten Babys hat sich in den letzten Jahren auch in Salzburg verdoppelt. Grund ist der Boom bei künstlichen Befruchtungen. Und die Frauen entscheiden sich auch immer später für ein Baby, was zu einem Anstieg bei Risikogeburten führt.

Zehn Ärzte und 65 Pflegestellen sind für die Wohlfühl-Klinik vorgesehen: "Im Moment haben wir aber sicher zehn Schwestern zu wenig", schlägt Primar Josef Rücker Alarm und appelliert um mehr Wertschätzung für die guten Seelen auf seiner Station.

von Sabine Salzmann und Yvonne Zechner, Kronen Zeitung

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