Sa, 18. November 2017

Eine starke Frau

01.11.2010 13:55

Tilda Swinton: Auch mit 50 noch abseits des Mainstreams

Sie gilt als Königin des Programmkinos, spielt gerne starke Frauen, manchmal auch Männer: Tilda Swinton will nicht ins Hollywood-Klischee passen. Erst im Alter von 40 Jahren wurde sie so richtig bekannt. Damals spielte sie in dem Hollywood-Bestseller "The Beach" die rücksichtslose Aussteiger-Anführerin Sal.

Acht Jahre dauerte es, dann bekam sie einen Oscar. Wieder war es die Rolle einer Rücksichtslosen: eine fremdgehende Chemie-Managerin an der Seite von John Malkovich in "Michael Clayton". Am 5. November wird die rothaarige Schottin mit dem knabenhaften Aussehen 50 - und will es ein wenig langsamer angehen lassen.

Probleme hat sie mit dem Älterwerden keineswegs. Das Jetzt sei viel spannender als die Vergangenheit. "Die gute Nachricht ist, dass ich mir jetzt Zeit nehme, mich auszuruhen", sagte Tilda Swinton erst vor kurzem dem "Zeit"-Magazin. Sie sei produktiver gewesen, als ihr lieb war. Laut sei es gewesen um sie herum. "Jetzt gönne ich mir endlich etwas Frieden." Für ihren gerade in den Kinos angelaufenen Film "I am Love - Ich bin die Liebe" in der Regie von Luca Guadagnino hatte sie 2009 vor der Kamera gestanden.

Tilda Swinton wurde als Kind einer wohlhabenden Familie geboren, ein Spross alten Adels. Dennoch war ihre Kindheit nicht in Watte gehüllt. Sie wurde auf einem Landsitz in Schottland groß - 1,80 Meter groß, um genau zu sein. Der Vater war Offizier, und sie musste sich gegen ihre Brüder durchsetzen. Als junge Schauspielerin trat sie gleich nach dem Studium für ein Jahr der Royal Shakespeare Company bei. Erst auf der Bühne erfolgreich, verhalf ihr "Orlando" nach dem Buch von Virginia Woolf zum Kino-Durchbruch - als Mann, der sich zur Frau wandelt.

Swinton, erst im Vorjahr Stargast bei der Viennale, machte in ihrer Schauspielkarriere immer wieder mit ungewöhnlichen Projekten auf sich aufmerksam. 1995 und 1996 gab sie sich in London und in Rom als lebendes "Exponat" aus und lebte eine Woche lang - für die Öffentlichkeit sichtbar - täglich acht Stunden in einem Glaskasten der Ausstellung "The Maybe". 1988 fuhr sie für den Kurzfilm "Cycling the Frame" die Berliner Mauer ab. Nach der Wende entstand ein zweiter Film mit Swinton in ähnlicher Rolle, Titel: "Cycling the invisible Frame".

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