Mo, 23. Oktober 2017

Photoshop-Posse

16.09.2010 12:25

Ägyptische Zeitung rückt Mubarak auf Foto vor Obama

Ein mit Photoshop getürktes Foto sorgt derzeit für Schlagzeilen in Nahost: Die halbamtliche ägyptische Zeitung "Al-Ahram" wollte offenbar nicht akzeptieren, dass US-Präsident Barack Obama seine nahöstlichen Gäste zu Friedensgesprächen auf dem roten Teppich im Weißen Haus anführt, während im zweiten und dritten Glied dahinter Israels Premier Benjamin Netanyahu, Jordaniens König Abdullah, Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas und - als Letzter in der Reihe - Ägyptens Präsident Hosni Mubarak hinterherlaufen - und änderte kurzerhand die Marschfolge.

Getreu dem Motto "Die Letzten werden die Ersten sein" korrigierten die Bildredakteure von "Al-Ahram" mittels Photoshop das Originalbild und rückten den ägypischen Präsidenten von seiner Position hinten links in den Vordergrund. Mubarak schreitet nun an der Spitze voran, hinter ihm, im zweiten Glied, der amerikanische Präsident und dann die übrigen Politiker. Der Präsident wurde zudem um die eigene Achse gedreht, wohl aus ästhetischen Gründen. Sein Schlips fällt im Originalbild nach links und im bearbeiteten Bild nach rechts.

Die historische Fälschung wurde von Bloggern entdeckt und hat schon zu Protesten bei der Oppositionspresse in Ägypten geführt, während israelische Medien eher belustigt reagierten. Fälschungen dieser Art waren in der Sowjetunion und in anderen Diktaturen sehr verbreitet, um unerwünschte Personen aus Gruppenbildern wegzuretuschieren.

Während des Libanonkrieges 2006 bearbeitete ein Fotograf der Agentur Reuters mehrere Kriegsfotos, um deren anti-israelische Propagandawirkung zu verstärken. Der Fotograf wurde entlassen.

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