Mi, 13. Dezember 2017

Lageplan per Handy

15.09.2010 12:26

Polizei löst illegale Drogenpartys im Weinviertel auf

Die Polizei hat an den vergangenen zwei Wochenenden vier illegale Drogenpartys mit insgesamt rund 1.500 Besuchern im Osten Österreichs, zwei davon in den Bezirken Mistelbach und Hollabrunn, aufgelöst. Große Herausforderung für die Ermittler sei die konspirative Organisation der Veranstaltungen, sagte Andreas Holzer, der stellvertretende Leiter des Suchtmittelbüros im Bundeskriminalamt (BK).

"Illegale Rave-Partys sind nichts Neues, die Umstände haben sich aber massiv geändert. Wurde in den 1990er-Jahren hauptsächlich Ecstasy konsumiert, werden jetzt Substanzen gemischt", sagte Holzer. Die Veranstalter zirkulieren via Facebook Ankündigungen, die mit einer Handynummer und einem Thema wie "Ket@phobia" (als Hinweis auf das in der Tiermedizin verwendete Narkosemittel Ketamin, Anm.) versehen sind. Ab Mitternacht wird die angegebene Telefonnummer aktiviert, auf der Mobilbox kann der Lageplan mit Anfahrtsweg zur Party abgerufen werden.

Alle Arten von Suchtmitteln sichergestellt
Die Veranstaltungen werden hauptsächlich in Waldgebieten oder auf abgelegenen Industriegeländen abgehalten und es geht "immer darum, Drogen zu konsumieren", sagte Holzer. Der Zufahrtsweg wird von Mitarbeitern der Organisation kontrolliert. Bei den an den vergangenen Wochenenden aufgelösten Veranstaltungen in Andau im Burgenland, Retz, Schleinbach bei Wolkersdorf (Bezirk Hollabrunn bzw. Mistelbach) und Pernegg in der Steiermark wurden alle Arten von Suchtmitteln wie Speed, Amphetamine, Metamphetamine, Heroin, Kokain, Cannabis und Medikamente wie beispielsweise Ketamin konsumiert.

Sehr oft gefährlicher Mischkonsum von Drogen
Drei Dealer wurden dabei festgenommen und 20 Anzeigen erstattet, sagte Holzer. "Der große Handel wird dort aber nicht betrieben." Erschreckend sei eher die Mischung der verschiedensten Substanzen. Ziel soll die Verhinderung von Suchtgiftdelikten und der Schutz der Teilnehmer solcher Veranstaltungen sein, betonte der Ermittler.

Polizei wird Geburtstagsparty angekündigt 
Angeheizt von Rave-Beats und lauter Musik versammeln sich aber längst nicht mehr nur ein paar Jugendliche zu illegalen Partys: Die aufgelösten Veranstaltungen der vergangenen Wochen wurden von mehreren Hundert bis zu tausend Leuten besucht. Teilweise würden allein im Osten des Landes fünf Partys in einer Nacht gefeiert. Die Organisatoren würden teilweise bereits vor Veranstaltungsbeginn bei der Polizei anrufen und anonym deponieren, dass an diesem und jenem Ort eine Geburtstagsparty stattfindet und man sich nicht wundern solle, wenn es ein wenig lauter werden würde, sagte der Ermittler.

Alleine in Ostösterreich seien der Polizei zehn Organisatoren bekannt, die mit professionellem Musik-Equipment und einigen Mitarbeitern die Veranstaltungen aufziehen. Der Polizei gehe es darum, die Partys zu stören und "das Ganze aufzulösen", sagte Holzer. Unter dem Partyvolk lasse sich nur schwer eine Szene eingrenzen. "Es sind alle Berufsgruppen dabei. Die Teilnehmer sind zwischen 16 und 25 Jahre alt."
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden