Di, 12. Dezember 2017

Dinkhauser poltert

14.08.2010 15:13

LWK-Kritik: Viel Geld für die Funktionäre statt für die Bauern

Etwa 6,5 Millionen Euro kostet die Tiroler Landwirtschaftskammer im Jahr 2010 den Steuerzahler. Für Fritz Dinkhauser ein Ding der Unmöglichkeit: "Alle anderen Berufsgruppen müssen ihre Vertretung selbst bezahlen. Zudem wird hier das Geld für Funktionäre aufgewendet, statt für Bauern, die es dringend brauchen."

Die Tiroler Landwirtschaftskammer ist die einzige Standesvertretung, die nicht von ihren Mitgliedern, sondern vom Land Tirol finanziert wird. Wie aus einer Anfragebeantwortung von LHStv. Anton Steixner (VP) an den Chef der liste fritz, Fritz Dinkhauser, hervorgeht, liegt dem ein Landesgesetz aus dem Jahr 1975 zugrunde.

"Das ist ohnehin schon ein Unding. Alle anderen Berufsgruppen müssen ihre Interessensvertretungen wie Arbeiter-, Wirtschafts, Ärztekammer usw. selbst bezahlen. Und finanzieren zur eigenen zusätzlich noch eine Interessensvertretung, mit der sie nichts zu tun haben", ärgert sich Dinkhauser.

Laut Angaben Steixners macht dies jährlich knapp 6,4 Millionen Euro aus. 5 Millionen für den Personalaufwand, 900.000 für den Pensionsfonds und knapp 500.000 für Sachaufwand. Was Dinkhauser auch nicht verstehen kann: "Dieser Betrag wird seit Jahren erhöht, obwohl es immer weniger aktive Bauern gibt. Und in Zeiten, in denen überall gespart werden muss und Heizkostenzuschüsse zum Beispiel gekürzt werden."

Es sei absolut in Ordnung, so Dinkhauser, dass Bauern unterstützt werden. Ohne sie gäbe es keine Bodenbewirtschaftung. Umso mehr sollten Politiker keine Almosen an die Erwerbsbauern verteilen, sondern den wirklichen Landwirten ihre Leistungen fürs Land abgelten. So aber gebe es Millionenbeträge für die Verwaltung der Kammer und für die Funktionärsbauern, obwohl diese Arbeit auch von den Landesagrarbeamten erledigt werden könnte.

von Werner Kriess, Tiroler Krone
Symbolbild

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