Do, 14. Dezember 2017

Coup in Hauptpost

05.08.2010 16:24

Georgier "Picasso" für Tresor-Diebstahl fünf Jahre in Häfn

Wenigstens ein Teilnehmer am spektakulären Einbruch 2008 in die Innsbrucker Hauptpost ist am Donnerstag in Innsbruck vor Gericht gestanden. Der angeklagte Georgier, ein Künstler, Architekt und Maler, der sich "Picasso" nennt, beteuerte: "Ich war's nicht!" Aber "Kommissar DNA" sah es anders. Fünf Jahre und 7 Monate Haft!

Am 15. Oktober 2008, kurz nach Mitternacht, drang eine ganze Bande von "Panzerknackern" in die alte Hauptpost ein. Zumindest ein Insider muss dabei gewesen sein, denn man spazierte über die Tiefgarage in der Fallmerayerstraße ins Post-Gelände. Und sperrte danach mit passenden Schlüsseln alle Türen bis zum Tresorraum auf. Einbruchsspuren gab’s keine. Sonst hätten die Polizisten, die durch den stillen Alarm alarmiert worden waren, eingegriffen.

Die Täter müssen ganz nett geschuftet haben. Denn sie luden einen 900-Kilo-Tresor und 14 kleinere 50-Kilo-Tresore direkt von der Rampe auf ihren gestohlenen Pritschenwagen. Sie erbeuteten 188.000 Euro Bargeld und warfen Marken und Lose im Wert von 90.000 Euro weg.

"Picasso" in Polen gefasst
Lange hörte man nichts über Ermittlungsergebnisse. Dann ging ein Georgier (26), der in Tirol lebte, den Fahndern ins Netz. Der Asylwerber, der in Polen verhaftet wurde, nennt sich "Picasso". Er trat am Donnerstag vor Richterin Verena Offer mit einem Heft voller Zeichnungen und Skizzen auf. Deren noch nicht ganz perfekte Zeichen- und Maltechnik kann der Mann nun in fünf Jahren und sieben Monaten, die er im "Ziegelstadl" einsitzen muss, entscheidend verbessern. Denn der Schöffensenat verurteilte ihn auf Grund der Beweisergebnisse zu 5 Jahren Haft. Dazu wurden 7 Monate bedingt nachgesehene Vorstrafe widerrufen: Also insgesamt 5 Jahre, 7 Monate, nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte beteuerte seine Schuldlosigkeit wortreich. "Ich war gar nicht in Innsbruck", behauptete er. Der Chef der Innsbrucker Gerichtsmedizin, Richard Scheithauer widerlegte das: Die verwischte DNA-Spur am Lenkrad ergab zunächst nur eine geringe Übereinstimmung mit der Genetik des Angeklagten. Weitere Untersuchungen überführten den Mann aber eindeutig.

von Hans Licha, Tiroler Krone

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