Mo, 20. November 2017

Gewaltverbrechen

30.05.2010 20:36

Identität von Leiche aus Weinviertel noch immer unklar

Jagt die Polizei seit Sonntagmittag einen zweifachen Prostituierten-Mörder? Dieser Frage gehen die Ermittler nach dem grausigen Fund einer nackten Frauenleiche auf einem Feldweg im Weinviertel nach. Denn so wie bei einem tschechischen Callgirl vor drei Jahren wurde die Tote offenbar angezündet. Und die beiden Tatorte sind nur 20 Kilometer voneinander entfernt. Die Identität der Toten aus dem Weinviertel war Montagvormittag nach wie vor unklar.

Am 4. August 2007 machte der Prostituierten-Mörder als „Bestie vom Prater“ Schlagzeilen. Der bisher noch unbekannte Killer hatte die am Straßenstrich in Wien arbeitende Katarina V. in eine Wohnung gelockt, brutal zusammengeschlagen und dann mit zwölf Messerstichen getötet. Der offenbar irre Triebtäter hackte der Toten dann in Mafia-Manier die Hände ab und fuhr mit der entstellten Leiche wohl im Kofferraum eines Autos in den Bezirk Mistelbach. Unweit der tschechischen Grenze wurde später die halb verkohlte Tote auf einem Feldweg gefunden.

Fast drei Jahre später könnte derselbe Killer nun erneut zugeschlagen und sein Opfer wie Müll im Weinviertel abgelegt haben. Denn eine Gruppe von Technikern, die die Windräder warten wollten, machte um am Sonntag um 8.30 Uhr im Gemeindegebiet von Hohenruppersdorf auf einem Güterweg Richtung Niedersulz einen grausigen Fund: Umringt von idyllischen Weinreben lag neben dem asphaltierten Feldweg eine weibliche Leiche – verkohlt bis zur Unkenntlichkeit. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Verbrechen sei derzeit Spekulation, Indizien würden jedoch im aktuellen Fall ebenfalls in die Prostituiertenszene weisen, meinte der Kriminalist dazu.

Ermittler rätseln weiter über Identität der Frau
Ermittler der Mordkommission versuchen nun die Identität der vermutlich in der Nacht auf Sonntag abgelegten Toten mit asiatischem Einschlag zu klären. Die jüngere Frau war 1,55 cm groß, schlank und zart gebaut. Sie hatte schulterlange schwarze Haare, keine Tätowierungen, aber ein kleines Muttermal an der Nasenwurzel. Auch mögliche Spuren ins Sexgeschäft werden überprüft. Eine passende Vermisstenanzeige würde nicht vorliegen, sagte Oberstleutnant Klaus Preining, leitender Beamter des Landeskriminalamtes.  Augenscheinliche Vergleiche (anhand von Fotos) seien aufgrund der Entstellung der Toten durch Brandverletzungen nicht möglich.

Laut Obduktionsergebnis erlitt die Frau ein Schädel-Hirntrauma. Sie wurde durch drei wuchtige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf getötet, sagte Klaus Preining vom Landeskriminalamt Niederösterreich. Der genaue Todeszeitpunkt habe sich bei der Obduktion nicht feststellen lassen, so Preining. Bis dato gebe es keine Zeugen, die in den Nachtstunden in der Gegend ein verdächtiges Fahrzeug wahrgenommen haben.

von Christoph Budin und Klaus Loibnegger (Kronen Zeitung) und noe.krone.at

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