Sa, 21. Oktober 2017

Es bleibt spannend

09.05.2010 22:14

Austria lässt mit 1:0-Sieg Salzburgs Meisterfeier platzen

Die Wiener Austria hat Red Bull Salzburg die Meisterfeier im eigenen Stadion verdorben und die tipp3-Bundesliga bis zum Schluss spannend gemacht. Die Austria gewann am Sonntag den Schlager der vorletzten Runde in Salzburg dank eines Freistoß-Treffers von Junuzovic in der 91. Minute mit 1:0 und machte das Titelrennen in der letzten Runde am Donnerstag zu einem Dreikampf zwischen Salzburg, Austria und Rapid. Ein Salzburger Treffer in der 94. Minute von Afolabi wurde wegen Abseits nicht anerkannt.

Salzburg hat die erfolgreiche Titelverteidigung noch immer in der eigenen Hand. Die Elf von Huub Stevens kann sich mit einem Sieg bei Sturm Graz den dritten Meistertitel in der Ära Red Bull nach 2007 und 2009 sichern. Die Austria muss auf steirische Schützenhilfe hoffen und selbst das Heimspiel gegen Ried gewinnen. Rapid, das in Mattersburg gastiert, muss auf Umfaller von Salzburg und der Austria hoffen.

Berichte zu den übrigen Spielen der 35. Runde siehe Infobox.

Am Sonntag allerdings mussten Bundesliga-Präsident Hans Rinner und Vorstand Georg Pangl mit dem Meisterteller unverrichteter Dinge wieder abziehen, nachdem sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen. Nach einem Foul von Sekagya an Hattenberger versenkte Junuzovic den dafür verhängten Freistoß von knapp außerhalb des Strafraums zum Entsetzen der meisten der 22.200 Zuschauer in der Red-Bull-Arena zur Austria-Führung.

Salzburg-Tor nicht anerkannt
Doch die Salzburger jubelten wenig später, jedoch der Jubel verebbte schnell. Denn nach einem Freistoß kam Afolabi zum Kopfball und traf auch ins Tor, doch das Tor wurde wegen angeblichen Abseits von Tchoyi fälschlicherweise nicht gegeben.

Nach der überraschenden Salzburg-Niederlage in Kapfenberg und dem Derby-Sieg der Austria am Mittwoch sind die Violetten aus Wien plötzlich als gefährlichste Herausforderer des Titelverteidigers ins Spiel gegangen. Mit einem Sieg konnte die Austria die Liga bis zum abschließenden Spieltag spannend halten, Salzburg hätte ein Punkt zum Titel gereicht.

Rollende Angriffe der Bullen
Mit entsprechend viel Schwung und Selbstvertrauen ging die Austria auch ins Spiel. Die Wiener traten aggressiv und offensiv auf und hatten auch einige Chancen, die größte vergab Liendl (13.). Doch nach einer Viertelstunde übernahmen die Salzburger das Kommando. Angriff auf Angriff rollte auf das Austria-Tor zu, doch Svento, Tchoyi, Janko und Co. vergaben Chance um Chance und konnten aus 12:0 Torschüssen in dieser Phase kein Kapital schlagen. Kurz vor der Pause hatte dann sogar die Austria die Führung auf dem Fuß, doch ein Linz-Fersler fiel zu schwach aus (41.).

An der Charakteristik änderte sich auch nach der Pause nichts. Die Salzburger hatten die Partie meist sicher im Griff und kamen auch immer wieder gefährlich vor das Tor von Lindner, Tchoyi vergab aber auch die größte Möglichkeit auf die vorzeitige Entscheidung (57.). Auf der anderen Seite hätte der eingewechselte Schumacher die Austria in der 71. Minute fast in Führung gebracht, doch sein Kopfball nach Standfest-Flanke landete nur an der Stange. Junuzovic machte es in der Nachspielzeit besser.

Meinungen zum Spiel
Dietmar Drabek (Schiedsrichter): "Auch nach langem Studium der TV-Bilder sind wir uns nicht sicher, ob es Abseits war oder nicht."

Huub Stevens (Salzburg-Trainer): "Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber nicht genutzt. Jetzt muss ich die Köpfe meiner Spieler wieder frei bekommen, und am Donnerstag muss die richtige Antwort folgen. Zur Schiedsrichter-Leistung gebe ich keinen Kommentar ab."

Dietmar Beiersdorfer (Salzburg-Sportdirektor): "Die Austria ist in Führung gegangen, wir haben alles nach vorne geworfen. Es war ein klares Kopfballtor und kein Abseits, aber der Schiedsrichter hat es nicht gegeben. Ich bin hier als relativ unbescholtener Deutscher hergekommen und habe es für eine Mär gehalten, dass die Wiener Vereine bevorzugt werden. Aber es ist die Wahrheit."

Simon Cziommer (Salzburg): "Ich denke, die Fans haben gesehen, dass menschliches Versagen daran schuld ist, dass wir nicht Meister sind. Wir sind Profis genug, um den Titel zu holen. Wir werden Meister. Wir haben es verdient, ganz Österreich weiß, dass wir Meister sind."

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "Wir haben eine Portion Glück gebraucht. Wie immer sind wir in der Verteidigung sehr gut gestanden. Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir sehr wohl die Chance auf den Meistertitel zu verlieren haben und uns nicht mit dem Europacupstartplatz zufrieden geben. Der Traum geht in Erfüllung, wenn wir Meister werden."

Zlatko Junuzovic (Austria): "Fußball ist nicht zu erklären, einfach zu genießen. Natürlich war Salzburg besser, wir haben uns schwer getan. Im Fußball kann alles passieren, Fußball lebt von den Emotionen. Wir haben noch die Chance und werden alles probieren. Ich habe immer das Gefühl, dass wir Meister werden können, die Chance lebt noch. Wir wollen es unbedingt schaffen. Momentan sind wir sehr glücklich."

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