Mi, 18. Oktober 2017

"Rot" gegen Johana

06.05.2010 09:39

SCWN verliert Cup-Generalprobe gegen Sturm mit 0:1

"Auf eine schlechte Generalprobe folgt eine gelungene Premiere" – dieses Sprichwort wird man nach dem 0:1 des SC Wiener Neustadt bei Sturm Graz in der "Allzeit Getreuen" in der nächsten Zeit wohl öfters hören. In einer schwachen Bundesliga-Partie deckten beide Teams elf Tage vor dem Cup-Finale jedenfalls nicht alle Karten auf. Die Steirer spielten nach einer Roten Karte für Petr Johana (24./Torraub) lange Zeit in Überzahl, konnten aber erst in der 73. Minute durch einen Treffer von Roman Kienast den Sieg fixieren.

Die Hausherren waren etwas aktiver und fanden in der Anfangsphase auch zwei Chancen vor: Bei einem Klem-Schuss nach Haas-Vorlage war der diesmal aufgebotene Wiener-Neustadt-Goalie Razenböck auf dem Posten (8.), eine Minute später setzte Feldhofer einen Kopfball neben das Tor. Danach war auf beiden Seiten nicht mehr viel zu sehen, daran änderte auch die Rote Karte für Wiener Neustadts Johana (24.) vorerst nichts.

Sturm trotz Überzahl nicht zwingend genug
Der Innenverteidiger hatte den durchbrechenden Muratovic gefoult. Der Aufsteiger zog sich daraufhin komplett zurück und lieferte eine Abwehrschlacht. Die Elf von Coach Franco Foda war in der Folge zwar feldüberlegen, blieb vorerst aber ohne Treffer – so schoss Muratovic daneben (54.), zudem Salmutter mit links drüber (58.). Vor allem auch durch die Einwechslungen von Lavric und Jantscher (Doppeltausch in der 67. Minute) wurden die Hausherren in der Schlussphase aber noch einmal stärker und auch für ihre Offensivbemühungen belohnt. Nach einer Aktion über das Duo drückte Kienast den Ball volley über die Linie (73.). Der am Ende verdiente Sieg hätte schlussendlich auch noch höher ausfallen können, Razenböck konnte sich allerdings bei Schüssen von Lavric (78.) und Jantscher (81.) auszeichnen.

Platz fünf für den SCWN wieder in Gefahr
Die auf dem vierten Platz einzementierten Grazer haben damit in allen vier direkten Saisonduellen - zwei Siege, zwei Remis - keinen Gegentreffer kassiert und damit ihr Punktekonto auf 58 Zähler erhöht. Die "Allzeit Getreuen" laufen demgegenüber Gefahr, ihren fünften Platz in den ausstehenden Runden noch zu verlieren. Nach der aktuellen haben die Schützlinge von Coach Peter Schöttel nur mehr zwei Punkte Vorsprung auf den SV Mattersburg (3:1 gegen die SV Ried).

SK Sturm Graz - SC Magna Wiener Neustadt 1:0 (0:0)
UPC-Arena, 6.857, SR Drachta
Tor: Kienast (73.)
Rote Karte: Johana (24./Torraub)
Gelbe Karten: Gratzei bzw. Gercaliu, Aigner, Simkovic
Sturm Graz: Gratzei - Lamotte, Feldhofer, Schildenfeld, Kandelaki - Salmutter (84. Kienzl), Muratovic (67. Jantscher), Hlinka, Klem - Kienast, Haas (67. Lavric)
Wiener Neustadt: Razenböck - Dunst, Kostal, Johana, Klapf - G. Burgstaller (83. Ramsebner), Gercaliu, Reiter, Simkovic – Aigner (61. Haselberger), Sadovic (52. Viana)

Stimmen zum Spiel
Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Ich bin froh über das 1:0 und die drei Punkte. Es war das erwartet schwierige Spiel, vor allem als Wiener Neustadt nur mehr mit 10 Mann gespielt hat. Sie sind dicht in der Abwehr gestanden und haben kaum Chancen zugelassen. Dass es gegen 10 Spieler schwieriger ist als gegen 11 haben gestern Salzburg gegen Kapfenberg und – eine Stufe höher – Barcelona gegen Inter gezeigt. Es war keine Vorausschau für das Cup-Finale, wir werden dort anders spielen. Ich habe einige Spieler geschont wie Weber, der muskuläre Probleme hatte, Kienzl, der müde war, oder Jantscher, der etwas ausgelaugt war."

Roman Kienast (Sturm-Graz-Torschütze): "Wir haben viel hin und her gespielt, die Flanken hätten kommen sollen. Aber wir haben gewonnen, das war wichtig für uns. Wir haben viele Wechsel in der Mannschaft gehabt, wie man sieht, haben wir aber auch so gut gespielt. Der Sieg tut gut und gibt Selbstvertrauen."

Peter Schöttel (Wiener-Neustadt-Trainer): "Sturm hat gut begonnen, wir haben aber das Spiel nach 15 Minuten in den Griff bekommen, doch nach der frühen Roten Karte war unser Spiel tot. Wir wollten aus Standards zu Möglichkeiten kommen, das ist uns nicht gelungen. Die Rote Karte kann man geben oder nicht."

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