Fr, 24. November 2017

Peinliche Bullen

05.05.2010 13:55

Salzburg-Coach Stevens nach 0:2-Pleite stinksauer

Das Rennen um den Meistertitel der tipp3-Bundesliga ist durch Salzburgs ebenso überraschende wie peinliche 0:2-Niederlage gegen Kapfenberg noch einmal spannend geworden. Trainer Huub Stevens verärgert: "Ich habe anscheinend gegen eine Wand geredet!"

"Ich habe vor einigen Wochen gesagt, dass wir noch nicht am Ziel sind", sagte Stevens nach der ersten Niederlage nach 22 Runden und der dritten in dieser Saison. "So etwas kann passieren, wenn man denkt, dass man es schon geschafft hat. Aber wir haben noch gar nichts geschafft."

Der Niederländer zürnte seinen Kickern, die zahlreiche Einschussmöglichkeiten fahren ließen: "Da können wir nicht gewinnen. Der Tormann der Kapfenberger war natürlich gut, aber wir haben ihn eingeschossen. Da kann man noch zehn Stunden spielen und gewinnt nicht."

Keine Einträge in die Rekordbücher
Mit der Pleite vergab Salzburg auch die Chance auf mehrere Bundesliga-Rekorde. Der Punkterekord von Sturm Graz (82 in der Saison 1997/98) ist ebenso außer Reichweite wie die 25 Partien ohne Niederlage in einer Bundesligasaison. Mit nur zwei Saisonniederlagen in 36 Spielen hätte man zudem eine neue Bestmarke aufgestellt.

Salzburgs Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer versuchte sich erst gar nicht in Euphemismen. "Man kann unsere Leistung peinlich oder schlecht nennen, möglicherweise war es beides", sagte der Deutsche, der den unbändigen Willen zu siegen vermisste.

Tatsächlich wurde Kapfenbergs Goalie Raphael Wolf zum Mann des Abends. Der Deutsche machte zahlreiche Chancen zunichte und ließ auch Marc Janko verzweifeln, der es mit dem dritten vergebenen Bundesliga-Elfer verpasste, allein an die Spitze der Torschützenliste vorzustoßen. "Er hat alles gehalten, was zu halten war. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen", lobte Trainer Werner Gregoritsch, der ab der 37. Minute nach Rot für Schönberger nur noch zehn Mann zu dirigieren hatte.

Große Freude bei Gregoritsch
"Wie mein Team in Unterzahl gekämpft hat, war sensationell, es ist ein unbeschreibliches Gefühl, gegen so eine Mannschaft zu gewinnen", jubelte Gregoritsch und sah sich bestätigt: "Der Sieg hat gezeigt, dass wir in der Liga zu Recht unseren Platz haben." Der 21-jährige Wolf wurde prompt mit einem Wechsel nach Salzburg in Verbindung gebracht, winkte aber ab: "Ich muss mich hier noch einige Jahre bestätigen", betonte der Bayer, der schon am 13. März in Salzburg einen Janko-Elfer entschärft hatte.

Für Salzburgs Außenverteidiger Andreas Ulmer war eines klar: "Wir haben in punkto Meisterschaft eine Riesenmöglichkeit vergeben", stellte er lapidar fest. Sein Sturm-Kollege Roman Wallner rückte die Dimensionen freilich zurecht: "Wir haben es noch immer in eigener Hand, Meister zu werden."

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