Sa, 18. November 2017

Causa Tierschützer

08.04.2010 15:41

Zwischenrufe und heftige Reibereien im Gerichtssaal

Heftige Auseinandersetzungen und viele Zwischenrufe aus den Reihen des Publikums hat es am Donnerstag beim Tierschützer-Prozess in Wiener Neustadt gegeben. Nachdem das Publikum bereits mehrfach abgemahnt wurde, ließ ein Querulant erneut seinem Unmut freien Lauf. Als der Störenfried sich weigerte, den Gerichtssaal zu verlassen, bekam er lautstarke Unterstützung von anderen Zusehern.

Beim Hinausgehen sagte der Verwiesene schließlich, dass der Prozess "ein Witz" sei. Ein Teil des Publikums begann daraufhin einen Sprechchor mit "wir sind alle 278a" anzustimmen und zu klatschen. Richterin Sonja Arleth verwies daraufhin einen Großteil der Zuseher des Saals und ordnete eine Mittagspause an.

Doch auch nach der Pause hatte sich die Lage im Verhandlungssaal nicht beruhigt. Einer der Angeklagten beschwerte sich darüber, dass eine Zeugin ihre Aussage ablas, anstatt sie aus dem Gedächtnis vorzubringen. Die Richterin merkte daraufhin an, dass sie das dürfe, solange sie beispielsweise Daten raussuche. Auf der Anklagebank regte sich daraufhin Unmut. Ein "Halten Sie jetzt bitte den Mund" von Arleth in Richtung des betroffenen Angeklagten rief neuerlich große Empörung im Publikum hervor.

Kurz darauf folgte der nächste Streit, als die Richterin entdeckte, dass ein weiterer Tierschützer auf der Anklagebank seinen tragbaren Computer benutzte – ein zu Prozessbeginn gestellter Antrag auf Verwendung von Laptops durch die Angeklagten wurde abgelehnt. "Jetzt reicht's aber", ärgerte sich der Beschuldigte und begründete sein Handeln damit, er wolle die Informationen lediglich überprüfen – schließlich beziehe sich die Zeugin auf Telefonprotokolle.

Auch Verteidiger Josef Philipp Bischof geriet sich mit der Richterin wegen einiger Anträge, über die sie noch nicht entschieden hatte, in die Haare. Arleth merkte daraufhin an, dass die "auffälligen Verhaltensweisen" mancher Verteidiger gesammelt und notfalls der Rechtsanwaltskammer zur Darstellung gebracht würden. Dem sehe er "völlig gelassen entgegen", konterte Bischof. Er verhalte sich völlig konform mit der Strafprozessordnung.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden