Fr, 20. Oktober 2017

Festspiel-Skandal

19.02.2010 16:23

Diplomatische Folge – Dewitte als Konsul suspendiert

Die Festspiel-Affäre in Salzburg sorgt für internationales Aufsehen – und jetzt auch für diplomatische Verwicklungen. Denn der gefeuerte Chef der Osterfestspiele, Michael Dewitte, ist ja auch belgischer Honorarkonsul. Belgien hat ihn von seinem Posten aber vorübergehend suspendiert und das Honorarkonsulat in Salzburg geschlossen. Das teilte das Außenministerium in einem knappen Schreiben an die Landesregierung mit.

Der Brief stammt vom 17. Februar - und sorgte für gehörige Aufregung in der Präsidialabteilung des Landes: Das Königreich Belgien zog eine bisher einmalige Konsequenz aus der Affäre um die Osterfestspiele und suspendierte vorübergehend "die berufliche Tätigkeit des Honorarkonsuls in Salzburg, Michael Dewitte". Auch das Honorarkonsulat sperrt bis zur Klärung der Affäre zu - "die konsularischen Agenden werden bis auf Weiteres durch die Botschaft in Wien wahrgenommen", heißt es in dem Schreiben weiter.

Dieter Bohlen sollte Star beim Kulturforum sein
Dewitte leitete ja nicht nur die Osterfestspiele, sondern sollte auch als "Ableger" das "European Art Forum" neu beleben - die erste Arbeitssitzung des EAF fand übrigens am 2. Februar 2002 im Privathaus von Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler statt. Ein Jahr später, am 25. März 2003 bei der zweiten Sitzung im "Goldenen Hirsch", kam auch zur Sprache, wer die "Plattformen" beim Kulturforum leiten sollte – da war nicht nur Peter Ruzicka von den Festspielen in Gespräch, in der illustren Runde um Dewitte wurde allen Ernstes auch Dieter Bohlen vorgeschlagen, der im deutschen TV jetzt "Superstars" sucht.

Alt-LH Franz Schausberger gestattete übrigens 2002 als geschäftsführender Präsident der Stiftung Osterfestspiele, dass vom Festival als "zinsloses Darlehen" 35.000 € ans Forum gingen.

Der Ruf des Forums war zu der Zeit schon ramponiert, weil Spesen und Repräsentation bei der letzten Auflage 1996 so hoch waren – das Land zahlte für einen Empfang im Festspielhaus 169.090 Schilling, weitere 202.804 Schilling fürs Konzert der "Camerata" zur Eröffnung und "für die gastronomische Betreuung" sämtlicher Teilnehmer in den Pausen der dreitägigen Konferenz satte 133.568 S.

von Robert Redtenbacher, Salzburger Krone

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