Sa, 16. Dezember 2017

Wieder vertröstet

12.02.2010 14:18

Weiter keine Einigung über Quelle-Kaufpreis

Bei der geplanten Fortführung des insolventen Linzer Versandhändlers Quelle gibt es weiter keine Einigung über den Kaufpreis. Das haben die Masseverwalter am Freitag nach der Berichts- und Prüfungstagsatzung bekannt gegeben. Wie berichtet hatte es zuletzt mit Ex-Quelle-Vorstand Martin Lenz und dem ehemaligen Investmentbanker Mike Lielacher Verhandlungen über eine Fortführung mit rund 500 der ursprünglich 1.100 Beschäftigten gegeben.

Entgegen den Zusagen des Interessenten sei es bis Donnerstag nicht möglich gewesen, sich über den Vertragstext zu einigen, so die Masseverwalter. Die Preisvorstellungen des Interessenten könnten noch zum Scheitern der Verhandlungen führen, hieß es weiter. Man habe dem Gläubigerausschuss keine Verträge vorlegen können, die zum Nachteil der Gesamtgläubigerschaft wären. Daher habe man lieber das Risiko in Kauf genommen, dass die Veräußerung des Unternehmens scheitere.

"Zocken um den Preis"
Darüber hinaus hänge der Abschluss des Deals davon ab, ob die endgültige Finanzierung sichergestellt sei. Der Interessent habe angekündigt, dass bis Ende Februar mit der Unterfertigung der Verträge gerechnet werden könne, sofern man sich auch über den Kaufpreis einige. Am "Zocken um den Preis" würden er und seine zwei Kollegen sich aber nicht beteiligen, betonte Masseverwalter Erhard Hackl.

Sollte es zum Verkauf kommen, würde die städtische Linz Immobilien GmbH die Liegenschaft erwerben und mit dem Interessenten einen Mietvertrag zu marktkonformen Bedingungen abschließen. Kommt es zu keinem Abschluss, würde die Abwicklung der Gesellschaft wie von Anfang an geplant erfolgen.

70 Millionen Euro Schulden
Von den offenen Forderungen würden auf Kunden der Quelle AG lediglich rund 115.000 Euro und auf Shop-Betreiber etwa 289.000 Euro entfallen, wovon insgesamt 118.000 Euro festgestellt seien, so die Masseverwalter.

Noch nicht angemeldet seien die restlichen Dienstnehmeransprüche sowie die Forderungen der Pensionisten und von rund 480 Lieferanten. Die Rechtsanwälte rechnen mit teilnahmeberechtigten Quotenforderungen von rund 70 Millionen Euro, eine Quote von 40 Prozent sei "durchaus denkbar".

Betriebsrat wartet "demütig"
"Es gibt noch Chancen", hielt Betriebsratsobmann Felix Hinterwirt die Optimismus-Fahne weiter hoch. "Wir sind weder euphorisch noch depressiv."

Wenn es zum Abschluss des Unternehmenskaufvertrages käme, würde man das "demütig und gottergeben" annehmen. "Seitens der Belegschaftsvertretung und der Masseverwalter wurde alles getan, um einen Abschluss zu ermöglichen," betonte der Personalvertreter.

Die Ansprüche der Belegschaft - etwa Abfertigungen oder Urlaubsersatz - seien an die Arbeiterkammer gemeldet worden und würden aus dem Insolvenzfonds gedeckt. Bisher hätten über 90 Prozent der Leute ihr Geld bekommen. Einige weiter gehende Ansprüche müssten im Konkursverfahren geltend gemacht werden.

Ansturm auf Stiftung
Von den ursprünglich 1.100 Quelle-Mitarbeitern dürften mittlerweile gut 150 einen neuen Job gefunden haben, schätzte der Betriebsratschef. 160 werden zumindest vorläufig in der Auffanggesellschaft der Masseverwalter unterkommen. Am 22. Februar steht wieder eine große Eintrittswelle in die Stiftung bevor, am 8. März eine weitere. Insgesamt dürften 500 bis 600 Leute in die Stiftung kommen.

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